Es wird Zeit, dass uns was Blüht.

Man geht davon aus, dass es mehr als 500 Wildbienen-Arten gibt. Von den in Deutschland rund 4000 gelisteten Pflanzen, werden ca. 1000 von Bienen besucht und bestäubt. Eine Biene bestäubt täglich über 1000 Blüten.

Doch wir kennen das Problem: Monokulturen, Pestizide und daraus folgende Krankheiten machen unseren kleinen Freunden schwer zu schaffen. Es fehlt ihnen der Lebensraum und das Nahrungsangebot ist gering. Seit den 90er Jahren ist der Bestand an Honig und Wildbienen weltweit um ein Drittel zurückgegangen.

Doch Du kannst ihnen helfen. Tische den Bienen eine deftige Malzeit auf. Wie das? Du kannst einfach eine Bienenweide anlegen.

Was genau ist eine Bienenweide?

Die Bienenweide beschreibt eine Mischung aus Pflanzen aus denen Bienen später Honig herstellen können. Der Trachtwert bestimmt wie nützlich eine Pflanze für eine Biene ist. Dieser kann zwischen 0 und 5 variieren. Um so höher, um so besser für die Biene.

Viele Pflanzen im Garten bieten den Bienen Nahrung. Sträucher, Obstbäume und auch verschiedene Kräuter. Wenn Du den Bienen aber so richtig unter die Flügel greifen möchtest, dann erkläre eine Fläche Deines Gartens zu einer Bienenweide.

Nature Nerds

Bienenweide:

Die Bunte-Bienen-Mischung

Eine Bienenweide anlegen – So geht´s

  • Den Boden vorbereiten: Wenn Du das Saatgut einfach auf den Rasen streust haben die Honigpflanzen nur geringe Chancen. Denn der Rasen wird viele Arten verdrängen. Am besten Du fräst den Rasen und lockerst den Boden auf.

Auf Kompost kannst Du im Grunde verzichten. Viele Pflanzen einer Bienenweide benötigen kaum Nährstoffe. Im Gegenteil, die Bienenweide hilft dem Boden Nährstoffe zu binden.

  • Das Saatgut verteilen: Du kannst die Bienenweide mit etwas Sand mischen. Dann lässt es sich leichter verteilen.
  • Die Samen leicht andrücken: So wird es vom Wind nicht verweht. Aber nicht in den Boden einarbeiten. Denn die meisten Samen einer Bienenweide sind Lichtkeimer.

  • Gut gießen: Der Boden muss nun immer leicht feucht sein.

Nicht nur im Sommer, Bienen benötigen das ganze Jahr über reichlich Nahrung. Deshalb ist es gut, wenn auch im Frühjahr und im Herbst Blüten zu finden sind.

Hinweise und Tipps:

  • Nicht alles auf einmal aussähen. Wenn Du im Abstand von 2 bis 4 Wochen nochmals aussäst, verlängerst Du die Blühzeit. Somit hast Du älter und jüngere Pflanzen.
  • Mach Dir bewusst, um so dichter Du säst, um so mehr setzen sich die aggressiveren Arten durch. Sei also ruhig etwas sparsamer.
  • ! Auf keinen Fall Pestizide und chemische Pflanzenschutzmittel verwenden. !

  • ! Nur heimische Pflanzen verwenden. !

Die Bienenweide dient auch als Gründüngung

Als Gründüngung bezeichnet man Pflanzen die der Bodenverbesserung dienen. Dazu zählt auch die Bienenweide. Die Pflanzen erhalten die Fruchtbarkeit des Bodens und führen im organische Substanzen zurück.

Das sind die Vorteile:

  • Der Boden wird aufgelockert
  • Die Pflanzen spenden dem Boden Schatten
  • Unkräuter werden unterdrückt
  • Die Nährstoffauswaschung wird verhindert
  • Stickstoff wird gebunden
  • Schutz vor Erosion
  • Verbesserte Wasserspeicherung
  • Das Bodenleben wird angeregt

Welche Pflanzen sind in der Bienenweide enthalten?

Es gibt verschiedene Saatgut-Mischungen, teilweise mit über 50 Arten. Um so mehr Arten enthalten sind, um so teurer wird meist auch das Saatgut. Wir möchten Euch mit der Bunten-Bienen-Mischung eine günstige Bienenweide mit tracht-reichen Pflanzen bieten. Zukünftig sind weitere Mischungen geplant.

>> Lupine

Blütenfarbe: weiß, blau, gelb, violett, rosa – Wuchshöhe: bis 1,50 m

Lupinen sind mehrjährige Pflanzen. Sind die Wurzeln tief genug, können sie auch einen Winter bis -25 Grad überleben. Lupinen sind Bodenverbesserer und als Gründünger bestens geeignet. Denn sie sorgen für eine Anreicherung des Bodens mit Stickstoff.

Vorsicht: Lupinen sind giftig und auf keinen Fall zum verzehr geeignet. Bei essbaren Lupinen handelt es sich um spezielle Züchtungen.

>> Buchweizen

Blütenfarbe: weiß bis rötlich – Wuchshöhe: bis 0,60 m

Der Buchweizen ist eine einjährige krautige Pflanze. Er ist eine sehr gute Bienentracht-Pflanze. In 24 Stunden produziert jede einzelne Blüte durchschnittlich 0,1 mg Zucker. Pro Pflanze können sich bis zu 1800 Blüten bilden.

>> Sonnenblume

Blütenfarbe: gelb – Wuchshöhe: bis 2 m

Die einjährige Pflanze mag es gerne sonnig. Wer hätte es gedacht. Wenn die Sonnenblume eine gewisse Größe erreicht hat, ist sie sehr durstig und braucht viel Wasser. Die Blüten können einen Durchmesser von bis zu 40 cm erreichen und bieten jede Menge Nektar für die Bienen. Da sie recht spät blüht (Juli-September) bildet sie die Spättracht. Also eine super Nahrungsquelle für die tracht-arme Zeit.

Vorsicht: Für den heimischen Gebrauch werden oft schnittfeste Sonnenblumen gezüchtet, die nur wenig Pollen enthalten. Warum das? Der Blütenstaub soll nicht auf die Tischdecke rieseln. Fatal für unsere gestreiften Freunde, die auf den Nektar angewiesen sind. – Die Sonnenblumen in unserer Bienenweide sind mit reichlich Pollen ausgestattet.

>> Ölrettich

Blütenfarbe: weiß, violett – Wuchshöhe: bis 1,20 m

Der einjährige Ölrettich ist nicht nur spitze für die Bienen. Er wurzelt auch sehr tief und lockert dadurch den Boden auf.

>> Serradella

Blütenfarbe: weißrosa – Wuchshöhe: bis 0,60 m

Wenn die einjährige sehr robuste Serradella erstmal blüht, kann man sehr viel Vielfalt und Leben beobachten.

>> Gelbsenf

Blütenfarbe: hellgelb – Wuchshöhe: bis 1 m

Der Gelbsenf ist einjährig eine sehr gute Bienenweide-Pflanze und wird auch für die Ölgewinnung angebaut.

>> Phacelia

Blütenfarbe: blauviolett – Wuchshöhe: bis 1 m

Die einjährige Phacelia wird auch Bienenfreund genannt. Zurecht, denn sie bietet den Bienen jede Menge Nektar und Pollen.

>> gelber Bokharaklee

Blütenfarbe: gelb – Wuchshöhe: bis 2 m

Kann den Winter überstehen und ist somit eine mehrjährige Pflanze. Mit einer Länge von bis zu 6 cm kann die Blütentraube bis zu 800 Einzelblüten enthalten.

Weitere bienenfreundliche Pflanzen mit viel Nektar und Pollen

Vielleicht hast Du die ein oder andere Pflanze schon ein Deinem Garten. 

  • Bäume: Obstbäume, Weide, Kastanie, Robinie, Linde, Ahorn, Eberesche, Kornelkirsche, Traubenkirsche, Trompetenbaum
  • Sträucher: Liguster, Roseneibisch, Felsenmispel, Schneebeere, Rosen (ungefüllt), Fingerstrauch, Kletterhortensie, Falscher Jasmin, Schneeheide, Schlehe, Weißdorn, Stechpalme, Berberitze, alle Beerensträucher
  • Kletterpflanzen: Wilder Wein, Clematis, Efeu
  • Stauden und Zwiebel-Gewächse: Schneeglöckchen, Krokus, Leberblümchen, Gänsekresse, Lungenkraut, Silberwurz, Steinkraut, Vergiss­meinnicht, Maiglöckchen, Goldnessel, Fette Henne, Zier­mohn, Kugeldistel, Sonnenhut, Lavendel, Beinwell
  • Blumen: Akelei, Blaustern, Dahlie, Efeu, Lupine, Löwenmäulchen, Phacelia, Purpurfetthenne, Ringelblume, Traubenhyazinthe, Wicke und Winterheide, Reseda, Cosmea, Malve, Katzenminze, Gamander,  Tagetes, Kornblume, Sommerazalee, Sonnenblume, Senf, Aster,  Herbstanemone, Goldrute
  • Kräutern: Bergbohnenkraut, Fenchel, Lavendel, Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Thymian und Zitronenmelisse. Bärlauch, Borretsch, Glockenblume, Hahnenfuß, Löwenzahn und Schafgarbe, Ysop, Schnittlauch, Weinraute
  • Gemüsebeet: Ackerbohne, Gurke, Kürbis, Melone und Zwiebel

Was kannst Du abgesehen von einer Bienenweide noch für unsere kleinen Freunde tun?

Insektenhotel

Bienen brauchen einen Platz zum Wohnen und Nachwuchs großziehen. Wildbienen leben nicht in einem Bienenstock. Sie bauen Nester in Holz, Röhren und Mauerritzen. Du könntest ein Insektenhotel bauen oder kaufen. Oder einfach mal einen Stapel aus totem Holz im Garten liegen lassen.

Achtung: Nicht jedes Insektenhotel ist geeignet für Bienen. Die Löcher sollten sauber gebohrt sein, da die Bienen ansonsten ihre Flügel zerstören. Zapfen sollte solch ein Hotel nicht enthalten, denn darin fühlen sich Ohrenkneifer sehr wohl und diese fressen die Larven der Bienen.

Eine Bienentränke aufstellen

Auch unsere gestreiften Freunde haben Durst. Stelle an heißen Tagen eine Schale mit Wasser bereit. Der beste Platz ist neben dem Bienenhotel. Du kannst noch ein paar Steine hineinlegen, dann kommen die Bienen wieder besser aus dem Wasser heraus.

Patenschaft: Lass andere eine Bienenweide anlegen

Wenn Du selbst keinen Garten hast, kannst Du auch eine Patenschaft für eine Bienenweide übernehmen. Der Bienenweide e.V. stellt solche Patenschaften zur Verfügung. Du kannst dort die Region und die Fläche wählen und übernimmst dann die Kosten für die Samen und die Flächenbewirtschaftung.

Bienenweiden Seedbombs / Samenbomben

Mische fünf Hände voll Erde (gerne auch etwas Kompost) mit einer Hand voll Bienenweide-Samen und gib etwas Wasser hinzu. Dann forme sie zu kleinen Kugeln. Dann: werfen, warten und freuen.

Du kannst auch  noch etwas Tonerde hinzugeben. Dann ist Deine Samenbombe sehr Nährstoffreich. Doch Tonerde oder auch Bentonit genannt ist etwas kostspielig.

Achtung: Bitte die Seedbombs nur dahin werfen, wo es erlaubt ist.

Hast Du schon mal eine Bienenweide angelegt?

Oder kennst Du großartige Projekte, die die Bienen unterstützen? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.