Einen Kompost anlegen, pflegen und nutzen

„Ein guter Kompost stinkt nicht. Ein guter Kompost muss sich nicht verstecken. Der darf ruhig irgendwo zentral im Garten stehen, wo man gut hinkommt.“ – Florian Rigotti

Sollte ein Kompost stinken, dann stimmt etwas nicht. Das passiert, wenn er zu feucht ist und dadurch keinen Sauerstoff bekommt. Dann bilden sich anaeroben Bakterien und Abbaustoffe, wie Buttersäure und Schwefelwasserstoff. Diese sorgen für den fauligen Geruch. Umgewandelte Komposterde riecht stattdessen wunderbar nach Waldboden. Hier erfährst Du, welche Methoden es gibt und wie Du den Kompost wohlig riechend anlegen kannst.

Kompostieren ist vom lateinischem abgeleitet und bedeutet „das Zusammengestellte“. Ein Kompost ist also eine zusammengestellte Biomasse, die mithilfe von Bodenlebewesen (Bakterien, Pilzen, Würmern) und Sauerstoff (aerob) zersetzt wird. Nach circa einem halben bis ganzen Jahr wird daraus wertvoller Humus und nährstoffreicher Dünger für Deine Pflanzen.

Warum Kompostieren?

Wenn frischer Biomüll, am Anfang des Zersetzungsprozesses, ohne das Kompostieren in den Boden eingebracht wird, brauchen die Bakterien sehr viel Energie (Stickstoff), um die Bioreste umzuwandeln. Die kleinen Bodenhelfer ziehen sich daher den benötigten Stickstoff aus der Erde, der dann nicht für die Pflanzen bereit steht. Das Wachstum der Pflanzen wird gebremst.

Vorteile von einem Kompost im Garten: 

  • Bioabfälle werden verwertet
  • nährstoffreicher Dünger wird erzeugt
  • wertvoller Humus wird aufgebaut
  • geringere Kosten, da weniger Müll für die Biotonne anfällt
  • ökologischer Fußabdruck wird reduziert

Kompost – Was darf rein?

Einen Kompost anlegen

Die 6 Goldenen Regeln

Der Kompost – Was darf rein?

Dos

  • heimische Gemüse -und Obstreste 
  • Eierschalen
  • Laub- und Strauchschnitt (keine Birke, Eiche, Kastanie und Walnuss – durch die Gerbsäure verrotten die Blätter sehr langsam)
  • Rasenschnitt vorher gut trocknen lassen, da es sonst faulen kann
  • Tee -und Kaffeesatz mit Filter
  • biologischer Tiermist (kein Katzenstreu)
  • Abfälle aus der Kompost-Toilette
  • unbehandelter Karton ohne Druckerfarbe (auf Papier verzichten)
  • Sägemehl und Rinde (braucht sehr lange zum verrotten und bindet Stickstoff)
  • Algen aus dem Gartenteich
  • Asche nur in geringen Mengen

Don´ts

  • Exotische Früchte (heimische Bakterien können keine Zitrusfrüchte zersetzten)
  • Fette und Öle
  • gekochtes Essen (tierische, proteinreiche Speisen locken Ratten und andere Tiere an)
  • faulige und verschimmelte Lebensmittel (ab in die Biotonne, damit wird eine Ausbreitung verhindert)
  • gespritzte Lebensmittel (sonst kommen Pestizide in Deinen Humus)
  • Schnittblumen aus dem Supermarkt (enthalten oft Pestizide)
  • kranke Pflanzen
  • Nussschalen (verrotten sehr langsam)
  • bedrucktes Papier (allgemein lieber auf Papier verzichten)
  • Beikraut (verteilt Samen und breitet sich aus)
  • unorganische Substanzen wie Glas, Stein, Kunststoff und Metall

Achtung: Auf Papier sollte möglichst verzichtet werden, da bei der Papier-Herstellung mit Aluminium gearbeitet wird. Durch Aluminium können Pflanzen das für sie sehr wichtige Phosphor nicht mehr so gut aufnehmen.

Die Mischung macht’s! 

Es gibt trockene und feuchte Abfälle. Je vielseitiger Dein Biomüll, desto besser kann der Kompost verrotten. Mehr dazu unter Kompost anlegen.

Trockene Abfälle

  • Herbstlaub
  • alter Rasenschnitt (vorgetrocknet)
  • trockene Beikräuter (ohne Samen, sonst riskiert Du eine Aussat)
  • Sägemehl (kleine Mengen, braucht sehr lange zum verrotten)
  • zerhäckselter Holzschnitt
  • unbehandelter, unbedruckter Karton (kleine Mengen)

Feuchte Abfälle

  • Küchenreste, wie Obst- und Gemüseschalen
  • frische Beikräuter
  • frischer Rasenschnitt (kleine Mengen)
  • biologischer Tiermist
  • Abfälle aus der Kompost-Toilette
  • Algen aus dem Gartenteich

EINEN KOMPOST ANLEGEN

Es gibt verschiedene Methoden um einen Kompost anzulegen. Ein Kompost kann entweder aus einem oder mehreren Haufen bestehen. Bei wenig Platz kann er in einem Behälter aufgeschüttet werden. Auch ein Kompost zwischen Hügelbeeten ist möglich. Nicht zu vergessen die Kompost-Toilette.

Wichtig: Der Kompost sollte auf nacktem Boden stehen, damit Feuchtigkeit ablaufen kann und Regenwürmer reinkommen. Der Behälter sollte auseinander genommen werden können und genügend Luftspalten besitzen.

Einen Kompost anlegen – Die Methoden im Überblick

1.Kaltrotte

2. Heißrotte

3. Hügelbeet-Kompost

4. Wurmkompost

5. Mulchen

6. Bokashi-Kompost

7. Die Kompost-Toilette

1. KALTROTTE

Die Kaltrotte ist für einen Haushalt mit Garten geeignet. Der Arbeitsaufwand ist nicht hoch, da der Kompost nicht zwangsläufig gewendet werden muss. Außerdem können die Küchen- und Gartenabfälle regelmäßig aufgetragen werden.

Wichtig: Es muss auf die Feuchtigkeit im Kompost geachtet werden. Er darf nicht austrocknen, sonst verhungern die Bakterien. Und er darf nicht zu nass sein, sonst fault die Biomasse.

Der biologische Müll muss sehr gut gemischt werden.

Die goldene Regel – Gegensätze ziehen sich an: 

  • feuchte Küchenreste mit trockenen Gartenresten
  • feiner Rasenschnitt mit groben Holzschnitt
  • stickstoffreiche Küchenreste mit kohlenstoffreichen Gartenresten

Nachdem der Kompost sich über Monate zersetzt hat, kann er ausgebracht werden. (siehe Kompost-Dünger verwenden) Die Reste, die sich nicht zersetzt haben, können für die nächsten Kompostierung im Kompost bleiben.

Vorteil: Ein großer Anteil an Stickstoff wird nicht wie bei der Heißrotte durch hohe Hitze zerstört.

Nachteil: Beikraut-Samen können nicht zerstört werden und werden anschließend in den Boden zurückgeführt.

3 Haufen für eine optimale kompostierung

Du kannst mit drei Komposthaufen arbeiten, um den Verrottungs-Prozess zu optimieren. 

  • Im 1. werden die Bioabfälle angesetzt (ca. 12 Wochen)
  • Im 2. wird er umgesetzt (ca. 12 Wochen)
  • Im 3. darf der Kompost reifen (ca. 4 – 6 Wochen)

Im 2. Komposthaufen werden regelmäßig die Schichten von außen nach innen gebracht. Dadurch kommt genug Luft in den Kompost und die nicht verrotteten Abfälle werden in den warmen inneren Kern geführt. 

Der Kompost sollte nach spätestens einem Jahr aufgebraucht und neu aufgesetzt werden.

Den richtigen Platz finden

Der Kompost mag:

  • halbschattige und windgeschützte Plätze unter einem Baum
  • es nicht zu nass, aber auch nicht zu trocken, daher von oben abdecken
  • Bodenkontakt
  • Abstand zu benachbarten Grundstücken, falls er mal kippt
  • zentrale Lage, dass Du ihn leicht erreichen kannst
  • immer den gleichen Standort, da sich dort die meisten Bodenlebewesen angesiedelt haben

    Das 3 Schicht-System

    1. 30 cm – die unterste Kompostschicht sollte mit zerkleinerten Ästen und Zweigen aufgefüllt werden. Damit genug Sauerstoff von unten kommen kann.
    2. 10 – 15 cm Küchen- und Gartenreste aufschichten, damit die Bodenlebewesen was zu fressen haben.
    3. 10 – 15 cm Erde oder reifen Kompost auftragen, damit genügend Mikroorganismen in den Kompost gelangen.

    Anschließend können diese Schichten wiederholt werden bis der Kompost 1,20 Meter misst.

    In 4 Schritten Kompostieren

        1. Kompost nach den 3 Schicht-System anlegen
        2. Kompost nach ca. 12 Wochen wenden
        3. Kompost mit 30 cm Erde schließen, mit starkzehrenden Pflanzen, wie Gurken bepflanzen und reifen lassen
        4. Kompost als Dünger verwenden

    Kompost-Pflege

    Der Kompost sollte vor Umwelteinflüssen geschützt sein. Du kannst eine Abdeckung aus Bambusmatten oder einer Plane über den Kompost legen, um Sonne und Regen abzuhalten. Unter den Boden kann ein einfacher Maschendraht gelegt werden, um Wühlmäuse fernzuhalten.

    Tipp für den Herbst: Wenn im Garten viel Laub liegt, können die Blätter ganz einfach mit einem Rasenmäher zerkleinert werden. So wird automatisch der trockene, nährstoffarmes Laub mit den saftigen, stickstoffreichen Rasen gemischt.

    Geruch

    Wenn Dein Kompost doch riechen sollte, liegt es an der zu hohen Feuchtigkeit. Das kann passieren, wenn frischer Rasenschnitt auf den Kompost kommt. Besser ist es den Rasen erstmal zu trocknen, bevor er aufgesetzt wird. 

    Den Geruch kannst Du wieder loswerden, indem Du den Kompost umschichtest und mit *Urgesteinsmehl, *Bentonit oder *Holzkohle (Pflanzenkohle) vermischst.

    * URGESTEINSMEHL

    Basisches Urgesteinsmehl ist ein Bodenhilfsstoff, der wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Eisen und Spurenelemente wie Molybdän und Mangan enthält. Übersäuerte Böden werden neutralisiert. Kleinste Mikronährstoffe können durch die poröse Oberfläche des Mehls anhaften. Die Pflanzen werden gegenüber Schädlingen widerstandsfähiger.

    * BENTONIT

    Bentonit ist ein natürliches Tonmineral, dass durch seine feine Struktur extrem viel Wasser und Nährstoffe speichern und an die Pflanzen wieder abgeben kann.

    * Holzkohle / Pflanzenkohle

    Durch die poröse Oberfläche der Kohle kann sich Wasser, Nährstoffe und CO2 binden, die anschließend an die Pflanzen wieder abgeben werden können.

    2. HEISSROTT

    Eine Heißrotte braucht sehr viel Hitze im Inneren des Kompostes. Dafür ist eine Mindestgröße von einem Kubikmeter (1 m3) Abfallmaterialen nötig. Wenn der Komposthaufen zu klein ist, hat er mehr Außenfläche, die schnell erkalten kann. Für das Ansetzten wird eine große Menge an frischen Abfällen benötigt. Aus diesem Grund ist diese Methode für Bauernhöfe, die viele Abfälle durch Tiermist produzieren, sinnvoll. Denn welcher kleine Hauhalt kann mit einem Kubikmeter Küchenabfälle dienen?

    Mithilfe von einem Thermokomposter kann eine Heißrotte auch in kleineren Gärten angelegt werden. Dieser Komposter mag es sonnig.

    Nach wenigen Tagen erhitzt sich der Kompost auf 50 – 65°. Erst wenn er sich nach 8 bis 12 Wochen langsam wieder abkühlt, muss er gewendet werden. Das Wenden ist wichtig, damit einerseits neuer Sauerstoff in die Masse kommt und die nicht verrotteten Reste in die Mitte des Kompostes gelangen. 

    Vorteil: Durch die hohen Temperaturen bis zu 65° wird der Kompost schneller reif, die Komposterde ist sehr fein und die Beikraut-Samen werden zerstört.

    Nachteil: Für das Ansetzten einer Heißrotte wird eine große Menge an frischen und trockenen Abfällen benötigt. Dies ist bei kleineren Gartenflächen schwer zu realisieren, da trockenen Gartenreste zwar gelagert werden können, aber frische Küchenreste schnell faulen.

    3. HÜGELBEET-KOMPOST

    Der Hügelbeet-Kompost von Sepp Holzer ist eine einfache und platzsparende Methode.

    Vorteil: Durch das Bepflanzen Deines Kompostes verwertest Du nicht nur Deine Bioabfälle, sondern kannst platzsparend ein Hügelbeet daraus zaubern.

    4. WURMKOMPOST

    Der Wurmkompost ist für kleine Flächen gut geeignet, da er nicht viel Platz braucht. Beispielsweise Terrassen oder Balkone. Hier fallen kaum Gartenreste an, der Bioabfall besteht eher aus Küchenabfällen. Diesen kohlenstoffreichen Abfall können Würmer gut kompensieren.

    Vorteil: Frische Küchenabfälle können regelmäßig ohne andere Zugaben wie Gartenabfälle kompostiert werden.

    Nachteil: Die Würmer brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. 

    5. Flächenkompostierung durch Mulchen

    Wer nicht Kompostieren möchte, kann auch einfach seinen abgeschnittenen Grün- und Rasenschnitt auf den nackten Boden verteilen. Diese Methode nennt sich Mulchen. 

    Vorteil: Regenwürmer und Mikroorganismen unter der Bodenoberfläche können sich von den Mulch ernähren. Dadurch werden die Nährstoffe an den Mineralien für die Pflanzen besser verfügbar gemacht. Der Boden wird somit nährstoffreich und lebendig.

    Nachteil: Mulchen mit unkompostierten Abfällen lockt Schnecken an. Kompostierte Abfälle tun dies nicht. Auch die Aussaat von ungewollten Beikräuter ist möglich.

    6. BOKASHI-KOMPOST

    Der Bokashi ist eine luftabgeschlossene (anaerobe) Kompost-Variante, um Deine Küchenabfälle aufzuwerten. Diese Methode ist für alle geeignet, die nur eine Terrasse, Balkon oder einen kleinen Garten zur Verfügung haben.

    Vorteil: Der Bokashi durchläuft einen sauerstofffreien Fermentationsprozess und gibt daher nicht seine wertvollen Nährstoffe an die Atmosphäre ab. Es werden keine kohlenstoffreiche Gartenabfälle benötigt.

    Nachteil: Für die Umsetzung des Bokashis werden Effektive Mikroorganismen (EM·1) benötigt, die einmalig dazu gekauft werden müssen. Diese Mikroorganismen sind kleine Lebewesen, die gelegentlich Deine Aufmerksamkeit brauchen.

    7. DIE KOMPOST-TOILETTE

    Eine Kompost-Toilette sollte am besten eine Trockentoilette sein. Dadurch wird die Geruchsbildung minimiert. Das Heißt, dass Dein großes Geschäft, wie auf ein Plums-Klo samt Toilettenpapier in einem großen Behälter unter den Sitz aufgefangen wird. Und Dein kleines Geschäft wird extra in einer kleinen Schale mit Ablaufschlauch abgeleitet. Diese Schale befindet sich am vorderen Ende Deiner Kloschüssel. Auf Deine Exkremente kannst Du nach Deinem Toilettengang einfach saugstarkes Material, wie Sägespäne oder Rindenmulch streuen. Die Behälter musst Du ganz nach Auffangvolumen regelmäßig entleeren. Anschließend kannst Du daraus Dünger machen. 

    Da Urin ein super Stickstoff-Lieferant ist, kannst Du ihn als leichten Dünger (20:1) mit Wasser auf Deine Blumen geben. Falls Du die Pille oder andere hormonelle Tabletten nimmst, solltest Du Deinen Harn in einer angeschlossenen Toilette entsorgen.

    Aus Deinen Exkrementen kannst Du besten Bodendünger, den Terra Preta gewinnen. Zum Terra Preta wird es zukünftig von uns auch noch einen Artikel geben. 

    Vorteil: Durch Deine Trockentoilette sparst Du extrem viel Wasser (ca. 30 L/Tag) und die Kläranlagen werden entlastet. Zudem bekommst Du besten Dünger für Deine Böden.

    Die 6 goldenen Regeln beim Kompostieren

    1. Sauerstoff-Kreiskauf 

    Die Mikroorganismen im Kompost brauchen viel Luft zum Atmen. Oft kommt es zu Sauerstoff-Mangel, wenn der Kompost zu nass ist. Aber auch die Bioabfälle müssen gut gemischt sein und regelmäßig gewendet werden.

     

    2. Feuchtigkeitsgrad

    Der Kompost ist eine wabernde Masse aus Millionen kleinen Lebewesen. Diese Mikroorganismen und die Bodenlebewesen brauchen Feuchtigkeit, damit sie sich ernähren und fortpflanzen können.  Doch der Kompost darf auch nicht zu nass sein, sonst entstehen Abbaustoffe, die den Kompost faulen lassen.

    3. Nährstoff-Haushalt

    Wenn der Kompost nur mit vielen nährstoffreichen Materialien, wie Küchenabfällen gefüttert wird, dann werden diese in der Biomasse schnell von den Mikroorganismen abgebaut und mineralisiert. Das heißt, es bleibt nicht genügend Material für die Humusverbindung übrig. Zu wenige Nährstoffe wie Laubblätter bringen nicht genügend Energie für die Zersetzung mit. Die Mischung machts.

    4. Kohlenstoff/Stickstoff-Haushalt

    Wie bei dem Nährstoff-Haushalt muss auch hier auf die Balance geachtet werden. Bei einseitiger Befüllung durch stickstoffreichen Biomüll, kann sich Ammoniak-Gase bilden, die den Kompost sauer machen und zum Kippen bringt. Zu viel kohlenstoffreiche Materialen können den Verrottungs-Prozess unterbrechen und anhalten, da die Bakterien nichts mehr zu fressen haben.

    5. Der Kompost muss leben

    Ein Kompost kann nur funktionieren, wenn in ihm Mikroorganismen, Pilze, Bakterien und andere Bodenlebewesen sich wohl fühlen. Dafür braucht es einen offenen Boden, um die Bodenhelfer eindringen zu lassen. Zu beginnt einer Kompostierung sollten Mikroorganismen durch einen reifen Kompost eingeführt werden. Wenn kein altes Biomaterial zur Verfügung steht, dann frage am besten in der Nachbarschaft nach.

    6. Die richtigen Abfälle 

    Wie schon bei den Dos & Don´ts beschrieben gibt es eine Menge an Biomüll, dass nicht in den Kompost gehört, da dieser sonst den Prozess des Zersetzens stört.

    Kompost-Dünger verwenden

    Der Kompost sollte von groben Abfällen befreit und ausgesiebt werden. Die ungereiften Reste können einfach unter den neu angesetzten Kompost gemischt werden. 

    Anschließend kann je nach Pflanzenart der Kompost-Dünger auf die Beete verteilt werden. Hier unterscheidet man zwischen: 

    • starkzehrenden Pflanzen, wie Kürbis, Tomaten und Gurken: 4 – 6 L / m²
    • mittelzehrende Pflanzen, wie Aubergine, Möhren und Zwiebeln: 2 – 3 L / m²
    • schwachzehrende Pflanzen, wie Erbsen, Radieschen und Rucola: 1 – 2 L / m²

    Tipp: Bringe den Kompost Anfang des Jahres aus, damit die Nährstoffe im Boden sich setzten können. Lasse mindestens 10 Tage zwischen dem Düngen und der Aussaat, falls sich Beikräuter-Samen in den Kompost geschummelt haben.

    Der Kohlenstoff/Stickstoff-Haushalt (C/N) im Kompost

    Jetzt wird es nerdig. In der Praxis ist es wichtig, dass der Kompost aus einer Mischung aus Küchenabfällen und Gartenabfällen besteht. Wenn Du es genauer wissen möchtest, kommt hier die Theorie:

    Der C/N-Haushalt ist für eine schnelle Kompostierung wichtig. Die Mikroorganismen brauchen den Stickstoff als Energie-Quelle, um den Zersetzungs-Prozess beginnen zu können. 

    Bei einem Stickstoff-Überschuss im Kompost:

    • können Ammoniak-Gase entstehen, die den pH-Wert verschlechtern (sollte nicht unter 6 liegen)
    • wird die Stickstoff-Verfügbarkeit für die Pflanzen erhöht, die zum schnellerem Wachstum führt, aber das Aroma also den Geschmack hemmt
    • wird weniger Humus-Moleküle aufgebaut, da der Stickstoff nicht im Boden gebunden wird

    Bei einem Kohlenstoff-Überschuss im Kompost:

    • gibt es zu wenig Stickstoff und der Kompostier-Prozess wird verlangsamt oder unterbrochen
    • vermehren sich die Bakterien, die den Kohlenstoff zersetzten
    • diese Bakterien binden Stickstoff im Boden
    • Humus wird aufgebaut

    Ein gutes C/N-Verhältnis von Humus liegt bei 12:1. 

    Der Ausgangswert für den frisch angesetzten Kompost ist 25:1. Da bei dem Kompostieren viel Kohlenstoff durch die Luft verloren geht.

    Bioabfälle aus einem normalen Haushalt bestehen meistens aus frischen Küchen-und Gartenreste, die wenig Kohlenstoff enthalten. Hier kann durch winzige Mengen Sägemehl und alter Holzrinde nachgeholfen werden. Holzreste zersetzen sich nur sehr langsam und können den Reifegrad des Kompostes durcheinander bringen.

    Tipp: Kaffeesatz hat ein C/N-Verhältnis von 20:1 und ist damit ein super Stickstoff-Lieferant. Zudem wird der Kompost sehr fein und zieht Regenwürmer magisch an.

    pH-Wert von einem Kompost

    Ein gut verrotteter Kompost hat einen pH-Wert von 7 bis 8 und ist damit neutral bis leicht basisch. Durch den anfänglichen Zersetzungs-Prozess von Bakterien und Pilzen werden organische Säuren produziert, die den pH-Wert etwas drücken (6,5). Dieser Wert reguliert sich im Laufe der Kompostierung von selbst.

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