„Glück ist ein Parfüm, das Du nicht auf andere sprühen kannst, ohne selbst ein paar Tropfen abzubekommen.“ – Ralph Waldo Emerson

… als ich Lynh nach Zucker fragte, stellte sie eine Dose auf den Tisch, die einen verführerischen Duft verströmte. Ich wusste überhaupt nicht, dass es so etwas gibt. Eine Dose, die aus Zimtrinde gemacht wurde.

Lynh erklärte mir: Zimt ist eines der ältesten Gewürze der Welt. Seit 3000 v. Chr. wird es in China verwendet. Der Zimtbaum wirft nie all seine Blätter ab und ist daher immer grün. Er wird 10-12 Meter hoch und seine Rinde hat eine rötliche Färbung. Sogar die Blätter duften nach Zimtöl.

Es gibt zwei Arten, die vom Menschen genutzt werden. Der Ceylon-Zimtbaum und der chinesische Cassia-Zimtbaum.

Die Cassia-Zimtrinde

Es gibt verschiedene Cassia-Zimtsorten aus Indonesien, China und Vietnam. Die Cassia-Zimtsorten werden auch als Holzzimt benannt, sie verströmen ein starkes Aroma, zeichnen sich also durch den intensiven Duft aus.

Die Cassia-Zimtrinde wird als Medizin und auch als Droge verwendet. Die Rinde wird zu einem Pulver gemahlen und findet Anwendung bei Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und Blähungen. Außerdem hat Zimt eine antibakterielle und blutzuckersenkende Wirkung.

Cassia-Zimtrinde wird auch als Gewürz verwendet. Jedoch ist der gesundheitsschädliche Anteil an Cumarin um ein vielfaches höher als bei der Ceylon-Zimtrinde.

Deshalb wird beim Cassia-Zimt, eher das starke Aroma genutzt. Aus der Rinde werden Dosen hergestellt. Zucker, Tee oder auch Kaffee werden durch die Lagerung in der Zimtholz-Dose aromatisiert. Dem intensiven Duft von Zimt wird sogar eine konzentrationsfördernde, anregend und aphrodisierende Wirkung zugesprochen.

Ceylon-Zimtrinde

Beheimatet ist der Ceylon-Zimtbaum in Sri Lanka. Doch heute wird der er in vielen tropischen Ländern kultiviert.

Der Ceylon-Zimt wird vor allem als Gewürz verwendet. Man nutzt einen Teil der Baumrinde. Die dünne Baskschicht wird abgetragen und rollt sich zum Stangenzimt zusammen.

Zimt war einst so Wertvoll das für den Ceylon-Zimt ein eigenes Wertmaß erschaffen wurde. Die Ekelle. Ein richtig guter Zimt wird mit Ekellen 00000 bewertet. Ein schlechter mit Ekelle 0. Sinkt die Qualität, geht es weiter mit Ekelle I bis Ekelle IV.

In Mitteleuropa findest Du meist nur gemahlene Zimtrinde. Diese wird insbesondere zur Weihnachtszeit für Süßspeisen, Gebäck und Glühwein verwendet.

Wusstest Du das – bei Kaugummis mit Zimtgeschmack das Aroma künstlich erzeugt wird.

Die Wirkung der Zimtrinde

Schon in der Antike galt die Zimtrinde als heilsam, unter anderem bei Husten und Schnupfen. Zimt wirkt magenstärkend, sowie harntreibend, abführend, menstruationsfördernd, entspannend wärmend und desinfizierend.

Bei Verdauungsbeschwerden kannst Du einen Tee aus Zimtrinde zubereiten und nach dem Essen trinken

Einen Teelöffel, (ca. 0,6 – 1 g) getrocknete Zimtrinde für eine Tasse Zimt-Tee (ca. 150 ml) mit heißem Wasser übergießen, abdecken und 10-15 Minuten ziehen lassen. Das Wasser sollte nicht kochen, da sich sonst das Zimtöl verflüchtigt.

Zimtrinde als Räucherwerk

Die Blüte und auch die Rinde setzen bei der Verbrennung einen blumig-zimtigen Geruch frei. Bei der Ahnen-Räucherungen hat die Zimtrinde eine lange Tradition. Loslass- und Trauerprozesse werden unterstützt. Der Rauch lenkt den Blick auf das Wesentliche und klärt den Geist.

…vielen Dank Lynh, für die vielen Infos und den leckern Kaffee.