Die Rohköstler unter Euch wissen wahrscheinlich wovon wir sprechen, wenn es um Phytinsäure geht. Wir wollen Euch erklären, was es mit den natürlichen Schutzstoffen von Pflanzen auf sich hat. Warum solltet Ihr Nüsse vor dem Verzehr einweichen bzw. „aktivieren“ ? Und wie geht das eigentlich?

 

Was ist Phytinsäure?

Damit Hülsenfrüchte und Getreide richtig wachsen können, müssen sie in der Lage sein, Phosphate zu speichern. Die Phytinsäure ermöglicht es, die Phosphate zu binden – eine Eigenschaft, die für die Pflanze eine gute Sache ist, dem Menschen aber Probleme bereiten kann.

Nimmt der menschliche Organismus Phytinsäure oder andere sogenannte Antinutritive wie Oxalsäure, Tannine oder Amylase-Hemmer mit der Nahrung auf, binden sie Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink und verhindern, dass letztere für den Körper zur Verfügung stehen. Wenn Du Nüsse oder diverse Getreidesorten also in großen Mengen zu Dir nimmst, kann das mittel – oder langfristig zu einem Nährstoffmangel führen.

Kannst Du jetzt nie wieder unbesorgt Nüsse essen?

Nun – wie wir alle wissen, sollte man die Dinge stets in Maßen genießen. Eine paar Nüsse hier und da können also nicht schaden. Phytinsäure hat übrigens auch positive Effekte im Körper! Mehr dazu in diesem informativen Wiki-Eintrag. Wenn Du allerdings ein besonders großer Nuss-Nerd bist oder gerne mit Nussmehl backst, dann lies schön weiter, um zu erfahren, wie Du Deinem Körper bei der Verdauung helfen kannst.

 

Fermentierte Lebensmittel: Das Geheimnis unserer Ahnen

Im Grunde ist es nichts neues: Schon im antiken Rom haben die Menschen fermentiert wie die Wilden. Heute ist das bekannteste „vergorene“ Lebensmittel wahrscheinlich unser gutes altes Sauerkraut. Aber auch Nüsse können fermentiert werden.

Bei den amerikanischen Ureinwohnern wurden Hülsenfrüchte & Co in Meerwasser eingeweicht und anschließend in der Sonne gedörrt. Das Einweichen aktiviert den Keimungsprozess und baut Antinutritive ab, was die Nuss leichter bekömmlich macht. Zeitgleich findet eine Anreicherung mit Nährstoffen statt, die der Organismus des Menschen schließlich aktiv über den Darm aufnehmen kann.

Was ist also eine „aktivierte“ Nuss?

Während die Nuss im Wasser liegt, wird ihr Keim angeregt und die auf der Oberfläche anwesenden Bakterien werden vermehrt. Beim anschließenden schonenden Trocknungsprozess wird den Nüssen jegliche Feuchtigkeit wieder entzogen und die Keimung wird gestoppt.

Die entstandenen Nährstoffe bleiben allerdings erhalten und werden erneut aktiviert, wenn Du die Nuss in den Mund steckst: Denn dann kommt sie in Berührung mit Deinem Speichel. Ganz nebenbei schmecken die Nüsse noch besser! Klingt gut? Dann probier es aus, ist gar nicht schwer:

Nüsse aktivieren in drei einfachen Schritten

  1. Weiche 3 Tassen Nüsse mit zwei TL Stein-Salz über Nacht in Wasser ein.
  2. Am nächsten morgen gießt Du das Wasser ab und breitest die Nüsse auf einem Backblech aus.
  3. Dann trocknest Du die Nüsse im Backofen bei 50 Grad mindestens 12 Stunden lang

Um die so aktivierten Nüsse aufzubewahren, kannst Du sie super in einer Tupperdose ins Gefrierfach stecken. Sie frieren nicht wirklich und schmecken ein paar Minuten nach dem Entnehmen aus der Kälte einfach hervorragend!

Du kannst Dein selbst gemachtes „Superfood“ auch in Granola-Rezepten verwenden oder mit ein paar Gewürzen – wir lieben Zimt, Kardamom und Kurkuma – zu einem knusprigen Snack verarbeiten.

Viel Spaß beim Nüsse knacken!

 

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