Seit einigen Wochen beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Detox. Wir Probieren, sammeln Erfahrungen und gehen an unsere Grenzen. Nun wollten wir wissen, wie es anderen ergangen ist. Fünf Experten stehen uns Rede und Antwort. Was sie zu sagen haben, liest Du hier:

Ich heiße Julia, bin 30 Jahre alt und blogge seit 2014 herzhafte und süße Rezepte auf www.daskocherl.de . Dabei bleibt es nicht aus, dass man das eine oder andere Kilo zunimmt…

Julia

www.daskocherl.de

Welche Detox-Methode hast Du probiert?

 

Ich habe im Januar 2015 eine Woche lang „Saft-und-Suppen-Detox“ gemacht. Sprich: ich habe meine Nahrung – komplett vegan und salzfrei – püriert und als Smoothie oder Suppe zu mir genommen. 7 Tage insgesamt, 4-5 Smoothies oder Suppen pro Tag. Dabei habe ich darauf geachtet, Obst und Gemüse in möglichst bunter Vielfalt zu verwenden und das ganze möglichst „pur“, also ohne Gewürze, Salz, Zucker, Milchprodukte, Fleisch usw. hinzuzufügen.

Welche positiven oder negativen Veränderungen waren spürbar?

 

In den ersten 3 Tagen merkt man am deutlichsten, wie der Körper entgiftet. Bei mir kam es zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit. Ab Tag 4 ging es mir sehr gut, ich fühlte mich zunehmend fitter, vitaler und einfach besser. Meine Laune wurde sogar besser, und auch entspannter und tiefer geschlafen habe ich. Abgenommen habe ich natürlich auch: 4 Kilo, davon sicher etwas Wasser, das meiste konnte ich damals aber halten.

Welchen Menschen würdest Du diese Detox-Methode empfehlen?

 

Jedem, der mal das Bedürfnis verspürt, einen Break zu machen. Einen Break von der herkömmlichen Ernährung, von Zucker, Salz, tierischen Produkten, Alkohol, Kaffee und Lebensmitteln, die unserem Körper das Leben sonst eher schwer machen. Man braucht aber einen Durchhaltewillen –  7 Tage schafft man aber. Die ersten 3 Tage sind der Knackpunkt. Hat man die erst mal hinter sich, „flutscht“ es von allein. Und hinterher ist man so stolz auf sich und natürlich hat man auch ein Ergebnis, über das man sich freuen kann.

Jeanette ist Texterin, Journalistin, Bloggerin und Yogalehrerin aus Salzburg. Du findest Ihre Texte auf www.yogaretreats.at und www.follow-your-trolley.com.

Jeanette Fuchs

www.jeanettefuchs.com

Welche Detox-Methode hast Du probiert?

 

Meine erste Detox-Kur habe ich schon vor einigen Jahren ausprobiert, als das Clean Eating-Konzept hierzulande noch sehr neu war. Auch das Wort Detox war noch nicht so präsent wie heute. Ich habe sehr konsequent das 21-Tage-Programm nach Dr. Joshi verfolgt. Sein Buch heißt „Holistic Detox“, es steht bis heute in meinem Bücherregal. Der Autor, ein in London lebender Arzt aus Indien, bringt auch ayurvedische Prinzipien in sein sehr simples Detox-Konzept mit ein.

Welche positiven oder negativen Veränderungen waren spürbar?

 

Ich erinnere mich an den 3. Tag und der war mörderisch. Alleine der Kaffee-Entzug hat mir zu schaffen gemacht. Denn zu dieser Zeit war mein Lebensstil noch sehr meinem PR-Agentur-Dasein geprägt, das alles andere als gesund und entspannt war. Nach dem 3. Tag ging es langsam aufwärts und am 21. Tag fühlte ich mich wie neugeboren. Die Grundsätzlichen Clean-Eating Richtlinien habe ich seither beibehalten. Guten Kaffee trinke ich immer noch gerne, allerdings ist es längst nicht mehr mein erstes Getränk am Tag, das ist jetzt warmes Wasser mit einer Scheibe Zitrone.

 

Welchen Menschen würdest Du diese Detox-Methode empfehlen?

 

Ich bin kein Arzt und möchte daher keine Empfehlungen geben. Ich denke aber, dass eine sanfte Detox-Ernährung prinzipiell für jeden Menschen geeignet ist, der nicht gerade mit anderen schwerwiegenden körperlichen oder psychischen Beschwerden belastet ist. Eine Kur von 21 Tagen sollte man allerdings in einem stressfreien Moment starten, denn die ersten 3-4 Tage sind kein Spaziergang! Es ist auf jeden Fall eine gute Idee, Reizmittel (Kaffee, Alkohol..) zu reduzieren und auch mal auf Zucker, Weizen und fertige Speisen zu verzichten. Das hat noch keinem je geschadet.

Christian ist Experte auf dem Gebiet der Fitnessernährung. Er ernährt sich vegan und kombiniert dies mit Freeletics. Seine Website www.vegan-freeletics.com findet großen anklang und sein neues Buch „Vegan Kochen mit Lupinen“ ist einfach genial.

Christian

www.vegan-freeletics.com

Welche Detox-Methode hast Du probiert?

 

Persönlich habe ich viel mit Rohkost Detoxing ausprobiert:

Das “Rezept” ist ganze einfach:

7-8 Tage unverarbeitete hoch qualitative Rohkost essen.

Als Besonderheit gilt hier bei das “Grüne Smoothies Detoxing”. Damit konnte ich besonders schöne Effekte erfahren. Durch die hohe Dichte an Vitalstoffen und den hohen Anteil an Chlorophyll ist diese Ernährung besonders wertvoll und gibt mir das tolle Gefühl mit allen notwendigen Makro- und Mikronährstoffen versorgt zu sein.

Welche positiven oder negativen Veränderungen waren spürbar?

 

Ich habe direkt an Gewicht verloren. Hier waren bis zu 4KG in 7 Tagen natürlich extrem und es war auch viel Wasser dabei, dennoch sah ich danach gesünder und vor allem definierter aus. Das normale Essen schmeckte wieder viel intensiver. Das Gefühl etwas Gutes für seinen Körper getan zu haben, ist einfach überwältigend. Und ich konnte meine Leistung im Sport nach wie vor abrufen.

Welchen Menschen würdest Du diese Detox-Methode empfehlen?

 

Menschen, die schnell und gesund abnehmen oder definieren möchten, kann ich das “Grüne Smoothie Detoxing” ganz besonders ans Herz legen. Es ist nicht schwierig, nicht teuer, spart jede Menge Zeit und die verschiedenen Geschmacksvariationen sind nahezu endlos.

Mein Lieblingsrezept aus dem Buch (Vegan Kochen mit Lupine)

Ein hervorragendes Detox-Lupinen-Rezept mit vielen Ballaststoffen ist der Green-Lupine-Detox-Smoothie. Er enthält neben dem hohen Ballaststoffanteil aus dem Grünkohl und der Lupine auch die Chlorellaalge. Diese Alge ist ein wahres Wunderwerk. Sie bindet und scheidet Schwermetalle und andere giftige Substanzen aus unserem Körper aus und enthält einen sehr hohen Chlorophyllanteil, der den Sauerstoffgehalt im Blut erhöht. Somit verbessert sie allgemein das Körpermilieu.

Neben dem hohen Gehalt an wertvollen und leicht verdaulichen Vitaminen und Spurenelementen der Alge besticht der Smoothie durch den hohen Eiweißanteil der Lupine, des Grünkohls sowie des Spinats.

Das Rezept für 2 Portionen sieht wie folgt aus:

2 Handvoll Spinat

1 Handvoll Grünkohl

20 g Lupinenmehl

1 1/2 reife Bananen (ca. 200 g)

1/2 Avocado (ca. 80 g)

1 Birne

1 TL Kokosöl

1 TL Chlorella (oder 5 Tabs)

300 ml Kokosnuss-Wasser

Der Smoothie ist auch ein hervorragender After-Workout-Shake, da er durch die schnell verdaulichen Kohlenhydrate aus der Banane und der Birne, das hochwertige Eiweiß der Lupine, dem Spinat und auch der Chlorellaalge, schnell verarbeitet werden kann. Er füllt die nach dem Sport leeren Speicher wieder mit hochwertigen Bausteinen auf.

Eines ist noch wichtig: achte beim Kauf der Chlorellaalge auf eine hohe Reinheit und ein schonendes Herstellungsverfahren des Produktes. Leider sind viele auf dem Markt befindliche Produkte belastet. Wähle daher am besten eine Biovariante eines Hersteller Deines Vertrauens.

Hi! Ich bin Kristin von EAT TRAIN LOVE und auf meinem Blog dreht sich alles um gesunde Ernährung (Clean Eating), Spaß an Bewegung und die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Kurz gesagt: Alles, was Dir hilft, die beste Version von Dir zu werden. Dabei habe ich auf meinem eigenen Weg bereits viel ausprobiert. Auch in punkto Detox.

Kristin

eattrainlove.de

WELCHE DETOX-METHODE HAST DU PROBIERT?

 

Die besten Erfahrungen habe ich mit einer fünf- bis siebentägigen Saftfasten-Kur aus selbst gemachten Obst- und Gemüsesäften gemacht. Dafür brauchst Du nur einen Entsafter und jede Menge Obst, Gemüse und – wenn Du magst – Blattsalate. Pro Tag habe ich etwa 2,5 Liter Saft und warmen Kräutertee getrunken. Auf feste Nahrung wird verzichtet.

Die Ersten ein, zwei Tage sind meist nicht so einfach, doch ab dem dritten Tag wird es einfach super. Ich hatte so viel Energie, habe mich wach, fit und absolut klar gefühlt. Es kam nicht einmal mehr ein Hungergefühl auf. Nach den 5 Tagen bin ich mit basischer, leichter Kost wieder in meine Ernährung eingestiegen.

WELCHE POSITIVEN ODER NEGATIVEN VERÄNDERUNGEN WAREN SPÜRBAR?

 

Ich habe mich fantastisch gefühlt! Positive Veränderungen habe ich neben meinem hohen Energielevel definitiv noch in meiner Verdauung und auch bei meinem Hautbild gespürt. Die Effekte der Saftfasten-Kur halten einige Zeit an, wenn Du Dich hinterher entsprechend gut ernährst (sprich möglichst vegan, zuckerfrei und mit wenig Gluten). Du kannst die Kur am besten ein oder zwei Mal pro Jahr machen. Der beste Zeitpunkt ist für mich der Frühsommer, wenn es schon angenehm warm draußen ist.

WELCHEN MENSCHEN WÜRDEST DU DIESE DETOX-METHODE EMPFEHLEN?

 

Jeder Mensch, der neue Energie schöpfen und sich einmal wunderbar von innen reinigen möchte, sollte diese Art Detox ausprobieren. Für Tipps und Saftrezepte schau mal auf meinem Blog EAT TRAIN LOVE vorbei.

Andy fährt in der Amateurklasse Radrennen, treibt auch abseits der Rennstrecke 4-5 Mal die Woche Sport, ernährt sich dabei ausschließlich Vegan und vollwertig. Der Sport ist dabei sein perfekter Ausgleich zum stressigen Job im Vertrieb. Er bastelt derzeit an einem Blog über Themen wie Radsport und Ernährung.

Andy

WELCHE DETOX-METHODE HAST DU PROBIERT?

 

30 Tage ohne Zucker und Koffein – das schaffe ich NIE!!

Das war mein erster Gedanke, als ich von der Challenge erfuhr. Nature Nerd Sandra überzeugte mich aber und nahm mir die erste Angst. Also warum nicht? Ich kann nichts verlieren, nur an Erfahrungen gewinnen.

WELCHE POSITIVEN ODER NEGATIVEN VERÄNDERUNGEN WAREN SPÜRBAR?

 

Die ersten Tage waren ehrlich gesagt der Horror, ich war antriebslos, hatte Kopfschmerzen und Nackenverspannungen. Die Sehnsucht nach Kaffee und allem Süßen war extrem.

Die Sucht nach Süßkrams aller Art hatte ich im Griff, als Veganer ist man da eh immer eingeschränkt 😉

Allerdings hätte ich nie gedacht, dass Koffeinentzug so extrem ist. Wie habe ich die ersten Tage überstanden? Dank Sandra haben wir eine Gruppe gegründet, in der wir uns sehr offen und ehrlich über unsere Erfahrungen austauschen konnten.

Um uns nicht dröge in einem Café zu treffen, haben wir das Ganze bei wöchentlichen, lockeren Sporteinheiten (joggen) diskutiert. An dieser Stelle ein Dickes DANKE an Annabella, Kristina und Sandra. Durch den Support war das Durchhalten um einiges einfacher.

Ab Tag 4 ging es mir wieder gut, richtig gut! Ich war freier, fühlte mich leichter, ein Glas Wasser am Morgen schmeckte plötzlich fantastisch! Ich war durchwegs konzentrierter, leistungsfähiger und motivierter. Im Job ging mir alles leichter von der Hand, Sport machte mehr Spaß. So vergingen die ersten beiden Wochen.

Dann kam ein Break, ich brauchte Zucker, viel Zucker, sprich, schnelle Energie für ca. 4 Stunden, denn es standen zwei sehr schwere Radrennen an. Ich wusste genau, dass ich ohne entsprechende „Energiereserven“ nicht an den Start gehen brauchte. Was soll ich sagen, der Zucker hat in diesem Falle ganze Arbeit geleistet, ich war stark, kraftvoll, schnell und das auf extrem hohem Niveau.

Das waren aber meine einzigen „Sündentage“ während der gesamten Challenge. 

Einen kleinen Moment hatte ich die Befürchtung, dass ich in einen erneuten Entzug falle, wenn ich wieder zuckerfrei weitermache. Nichts ist passiert.   

So gingen die 30 Tage verdammt schnell rum, zu schnell, wenn ich das Mal so Revue passieren lasse.

Was bringt mir das für die Zukunft? Lebe ich weiterhin ohne Koffein? Ohne Zucker?

JEIN, ich lebe seit der Challenge wesentlich bewusster, wenn ich einen Kaffee trinke, dann mit Genuss, „To Go“ ist tabu.

Süßkrams? Klar gibt es ab und an, (un)regelmäßige Selbstbelohnung ist Pflicht. Würde ich es wieder tun? Ganz klar JA! 

Next Detox-Challenge? Who’s in?

WELCHEN MENSCHEN WÜRDEST DU DIESE DETOX-METHODE EMPFEHLEN?

 

Ich würde diese Challenge jedem empfehlen, der keine gesundheitlichen Probleme hat! Es bringt Erfahrungen nahe, die sonst nicht möglich sind! 

Hast Du auch schon eine Detox-Erfahrung gemacht? Uns interessiert wie es Dir ergangen ist. Hinterlasse uns jetzt einen Kommentar!

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