Bei unseren Besuchen in Down Under haben wir uns vom sogenannten „Brekkie“- australisch für Frühstück – inspirieren lassen. Zumindest im Food-Mekka Bondi Beach sind die Aussies ziemlich gesundheitsbewusst unterwegs und das Hipster-Korn hat es ihnen scheinbar genauso angetan wie uns. Außerdem gibt es in so ziemlich jedem Café, das etwas auf sich hält, mindestens eine zuckerfreie Frühstücksidee auf der Karte. Nachfolgend findet Ihr unsere drei Lieblingsrezepte – ohne Zucker, mit Chiasamen und von Mutti Natur!

Chiasamen und ihre Superkräfte

Dass Chiasamen, das „Heilmittel“ oder das „Superfood“, gesund sind, ist sicherlich nicht an Euch vorbeigegangen. Dennoch listen wir noch einmal in wenigen Punkten die vermeintliche Wirkung der kleinen Körnchen auf. Damit keine Fragen offen bleiben 😉

Chiasamen sind eine der besten Quellen für essenzielle mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie Alpha-Linolensäure (Omega-3) und Linolsäure (Omega-6). Beide sind gesund, weil der Körper sie in die lebensnotwendige Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DPA) umwandelt, die wir sonst nur über fetthaltigen Fisch wie Lachs oder Thunfisch bekommen können. Auch Leinsamen enthalten diese Fettsäuren – jedoch in geringeren Mengen.

Mit einem hohen Ballaststoffgehalt machen die Körner lange satt, fördern die Verdauung und sorgen so für einen stabilen Blutzuckergehalt. Um es weniger nerdig zu sagen: Wir kriegen nicht so schnell Heißhungerattacken! Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die cholesterinsenkende Wirkung: Eine ballaststoffreiche Ernährung erhöht unter anderem die Ausscheidung von Gallensäure, was bedeutet, dass mehr Gallensäure nachgebildet werden muss. Dieser Prozess benötigt Cholesterin, was schließlich eine Senkung des Cholesterinspiegels im Blut zur Folge hat.

Bei einem Proteingehalt von satten 20 % wissen besonders Veganer die Samen als pflanzliche Eiweißquelle an Stelle von Soja zu schätzen. Viele Sportfanatiker mischen Chia in ihre Shakes, um noch mehr Superpower zu bekommen. Proteine sind generell eine wichtige Sache, da sie nicht nur wichtige Energie liefern, sondern über die Aminosäuren in ihnen etliche Prozesse im Körper geregelt werden.

Last but not least: Das nährstoffreiche Korn enthält ein ganzes Paket an Vitaminen und Mineralien, wie Vitamin B und E, Zink, Eisen, Kalzium, Kalium, Phosphor, Magnesium und Kupfer. Auch Antioxidantien sind drin! Unglaublich, oder? So ein kleines Körnchen und so viele Inhaltsstoffe. Wir finden, dass Chiasamen den Superfood-Status durchaus verdienen. Leinsamen sind auch toll, haben aber einen stärkeren Eigengeschmack, der nicht zu allen Gerichten passt.

Mehr Infos zu Chiasamen findet Ihr hier und hier.

Unsere Top 3 Chiasamen-Rezepte

Knusprig gebackenes Kokosnuss-Chia-Granola mit Zimt

Zutaten:

2-3 Tassen aktivierte Nüsse nach Wahl (z.B. Mandeln, Walnüsse, Cashews, …)

1 Tasse Kokosflocken ungesüßt

1/2 Tasse Kokos-Chips ungesüßt

1/2 Tasse Kürbiskerne

3 EL Kokosöl

1 TL Ceylon Zimt

Eine Prise Himalaya Salz

Zubereitung:

Der Trick an diesem Granola ist, dass Du die Nüsse im Vorhinein aktivierst. Wie das geht, haben wir in einem anderen Artikel beschrieben. Wenn Du es schon einmal ausprobiert hast, dann weißt Du, dass die Nüsse durch das Aktivieren nicht nur bekömmlicher werden, sondern auch noch mehr Geschmack haben!

Als zweiten Schritt erwärmst Du das Kokosöl, damit es sich leichter beigeben lässt.

Anschließend alle Zutaten mit dem flüssigen Öl in eine Schale geben und gut durchmixen. Bei ca. 150 Grad auf Heißluft 10 Minuten goldbraun backen. Immer ein Auge drauf haben, damit es nicht verbrennt!

Tipp: Besonders gut schmeckt das Granola mit selbstgemachter Mandelmilch. Wie das, geht, verraten wir Euch hier

Feigen-Chia-Fruchtaufstrich

Zutaten:

5 reife Feigen

2 TL Chia-Gel

1 Prise Zimt (optional)

Zubereitung:

Vielleicht fragst Du Dich, was zur Hölle Chia-Gel ist – im Grunde sind es bloß Chiasamen mit Wasser. Die kleinen Körner quellen dann schön auf und es entsteht eine gelartige Konsistenz, die sich ideal zum Verzehr eignet.

Als erstes höhlst Du die Feigen aus und rührst sie gut durch. Bei Bedarf kannst Du auch einen Handmixer nehmen, dann bleiben keine Stückchen. Gib anschließend Chia-Gel und Zimt dazu und bewahre die Mixtur im Kühlschrank auf. Achtung: Gekeimte Chiasamen halten nur ein paar Tage, daher machst Du am besten immer nur kleine Portionen!

Orangen-Chia-Küchlein mit Mohn

Zutaten:

Saft von einer Orange

1 Tasse Mandelmehl

1/4 Tasse Kokosmehl

2 EL Chiasamen

2/3 Tasse Butter oder Ghee

1 EL Mohn

Zubereitung:

Zunächst die Butter (oder das Ghee) zum Schmelzen bringen. Dann alle Zutaten vermengen und in einer vorher eingefettete Form geben. Gut eignet sich kleine Muffin-Backbleche. Du musst den Teig schön platt drücken, damit Deine Kuchen hinterher nicht bröseln! Bei 180 Grad Ober-und Unterhitze ca. 10 Minuten backen.

Tipp: Wenn Du keine Probleme mit Hühnerei hast, kannst Du es natürlich auch im Rezept verwenden; dann werden die Küchlein lockerer und haben eher Ähnlichkeit mit Muffins.

Falls Ihr eines (oder alle drei) unserer Rezepte ausprobiert, freuen wir uns auf ein buntes Feedback, abgefahrene Instagram-Pics oder einen netten Facebook-Like. Natürlich haben wir auch für Verbesserungsvorschläge immer ein offenes Ohr!

Gutes Gelingen wünschen Euch Eure Nature Nerds!