Egal ob du in einem Land unterwegs bist, in dem Trinkwasser sowieso knapp ist oder deine Wasserreserven beim nächsten Outdoor Abenteuer zur Neige gehen – du kannst dir mit einfachsten Mitteln selbst helfen.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, auf welche Art und Weise du Wasser in der Natur aufbereiten kannst und deinen eigenen Wasserfilter baust.

 

Allerlei Dreck, den uns Mutti Natur ins Wasser packt

In verdrecktem Wasser aus Flüssen, Seen oder Pfützen können sich Bakterien (z.B. Cholera, Salmonellen), Einzeller (z.B. Amöben), Viren (z.B. Hepatitis) oder Chemikalien aus Industrie und Landwirtschaft (z.B. Chlor, Jod, Pestizide) befinden.

Ziemlich viele Krankheitserreger, die wir mit dem bloßen Auge nicht entdecken können. Trinken wir ungefiltertes Wasser dann macht sich das spätestens im Verdauungstrakt bemerkbar.

Der eigentlich sichtbare Dreck im Wasser sind aber Schwebstoffe wie Sand, Ton, Algen oder Pflanzenreste. Die sind natürlich und im Grunde ungefährlich für uns. Jedoch dienen sie als Brutherde für Bakterien.

 

 

Verschiedene Arten zur Outdoor Wasseraufbereitung

Bei der Outdoor Wasseraufbereitung kommt es immer darauf an, wie trüb das ungefilterte Wasser ist. Handelt es sich um stark verdrecktes Wasser, musst du die Schwebstoffe zuerst vorfiltern, bevor du die kleineren Erreger abtötest.

Sowohl für trübes als auch für klares Wasser gibt es unterschiedliche Methoden zur Aufbereitung. Die bekanntesten sind:

  • Wasser abkochen: beim Abkochen vom Wasser über dem Lagerfeuer oder dem Campingkocher werden die meisten Erreger abgetötet. Allerdings werden dabei keine chemischen Rückstände oder Schwebstoffe entfernt. Es handelt es sich also gut zum Nachfiltern von klarem Wasser.
  • UV-Bestrahlung: die Bestrahlung von UV-C Licht tötet Erreger ab, wobei auch hier Schwebstoffe vorher entfernt werden müssen. Das Gute ist, dass sich die UV-Bestrahlung nicht auf den Geschmack des Wassers auswirkt. Der SteriPEN Wasserentkeimer mit UV-Licht für Viren wiegt nur 100 Gramm und benötigt für 1 Liter Wasseraufbereitung nur 90 Sekunden.
  • Chemie: Jod oder Halogen in Tabletten- oder Tropfenform oxidiert Erreger im Wasser und eignet sich für klares Wasser. Den als Chlorieren bekannten Vorgang kennst du sicher aus dem Schwimmbad. Das Wasser bekommt dadurch einen unangenehmen Beigeschmack, der durch Aktivkohle abgeschwächt werden kann. Micropur Forte oder Aquamira Tabletten desinfizieren klares Wasser in 2 Stunden für bis zu 6 Monate
  • Wasserfilter: mobile Mikrofilter aus Glasfaser, Keramik oder Kunststoff haben so kleine Poren (ca. 0,3 Mikron), dass die meisten Erreger dort nicht durchpassen. Kleine Viren schleichen sich aber trotzdem durch, weshalb sich die mechanischen Wasserfilter eher zum Vorfiltern eignen. Für die finale Filterung kann Aktivkohle oder ein Kombifilter wie der von MSR oder Katadyn verwendet werden.
  • LifeStraw: wurde von den Medien als Erfindung des Jahres hochgelobt und als kompaktester und leichtester Wasserfilter bezeichnet. Der 56 Gramm schwere Filter reicht für mindestens 1.000 Liter und entfernet 99,9999% der Bakterien aus verdrecktem Wasser. Mit dem LifeStraw kannst du verschmutztes Wasser wie mit einer Pumpe direkt von der Quelle aufsaugen und trinkst wie aus einer Trinkflasche. Ausprobiert haben wir diesen vielversprechenden Wasserfilter allerdings selbst noch nicht.

  

 

Schwebstoffe aus trübem Wasser entfernen

Um trübes Wasser vorzufiltern reicht ein großer Kaffeefilter, ein Strumpf oder ein Handtuch aus. Einfach Schichten aus Kies und Sand oder Toilettenpapier in den improvisierten Filter geben und das Wasser durchlaufen lassen.

Durch diesen Vorgang werden Rückstände wie Sand, Ton, Algen oder Tier- und Pflanzenreste aus dem Wasser entfernt. Jetzt kannst du das vorgefilterte Wasser durch UV-Bestrahlung, den SteriPen oder Wassertabletten komplett desinfizieren.

Oder du machst es wie ein echter Nature Nerd und baust dir einen eigenen Outdoor Wasserfilter …

 

So kannst du einen Trinkwasserfilter selber bauen

Schulkinder haben im Rahmen einer Themenwoche vorgezeigt, wie ein natürlicher Filter gebaut wird, indem sie Sand, Lehm, Ton und Steine in einen Eimer geschichtet haben. Aus dem verdreckten Wasser, das oben in den Eimer hereingegeben wurde und durch die einzelnen Schichten floss, wurden Schwebstoffe und andere Rückstände herausgefiltert.

Was die Kinder können, das kannst du schon lange. Um dir beim nächsten Campingausflug oder im Notfall einen Trinkwasserfilter selber zu bauen, brauchst du lediglich eine PET-Flasche oder einen Eimer und nach Möglichkeit etwas Asche oder Kohle aus dem Lagerfeuer.

  1. Schneide den Boden der PET-Flasche ab. Wenn du einen Plastikeimer benutzt, steche in den Boden einfach mehrere kleine Löcher, durch die später das saubere Wasser abfließen kann.
  2. Hänge die Flasche oder den Eimer mit der großen Öffnung nach oben an einem Ast auf.
  3. Fülle den Bodern mit einer Schicht Asche oder abgewaschener Kohle. Dann füllst du die Flasche bzw. den Eimer abwechselnd mit Schichten aus Sand und Kies auf.
  4. Hole dir Wasser aus dem nächsten Fluß oder See. Entferne zunächst die Schwebstoffe, indem du das Wasser durch ein Handtuch, eine Socke oder einen Kaffeefilter laufen lässt.
  5. Das vorgefilterte Wasser gießt du jetzt oben in die Flasche oder den Eimer und fängst es mit einem Behältnis unten auf. Die Durchlaufzeit für einen Liter Wasser sollte zwischen 30-60 Minuten liegen.
  6. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du das Wasser abschließend noch einmal für ca. 7 min abkochen. Alternativ verwendest du einen schwarzen Wasserbehälter, den du für mindestens eine Stunde in die Sonne stellst.

Erfahrungsberichte zu diesem Tipp kannst du im Trekkingforum und auf Geo.de nachlesen.

 

Mit diesen Tipps bist du hoffentlich für die nächste Wasserknappheit gut gerüstet.

Lass uns in den Kommentaren wissen, ob du noch weitere Tipps für die Wasseraufbereitung in der Natur hast!

 

P.S. Bitte denke immer daran, dass vor allem auf der Südhalbkugel Wasserknappheit ein großes Problem ist. So selbstverständlich das trinkbare Leitungswasser für uns ist, so sehr fehlt es zahllosen Menschen an diesem elementaren Gut. Gehe deshalb sorgsam mit Wasser um und wisse dessen Wert zu schätzen.