Verdammt sexy so ein plastikfreies Badezimmer. So eine Zahnpasta-Tube eher nicht. Zahnpasta-Tabletten sind eine Alternative. Die bekommst Du im Glas oder Papier verpackt. Doch die kreative und vor allem, ich-weiß-was-drin-ist-Variante: Zahnpasta selber machen

Wir starten mit den Zutaten und schauen mal was die so drauf haben.

Da kommt so einiges zusammen, aber Du musst und solltest nicht alle verwenden. Weiter unten findest Du das Rezept für die Grundmasse. Mit den Add-ons kannst Du experimentieren und je nach Geschmack variieren.

Zahnpasta selber machen: Inhaltsstoffe und Zutaten

Die Basics:

*Kokosöl

Nativ und kaltgepresst sollte es sein. Kokosöl wird auch zum Ölziehen verwendet. Denn es bindet Schadstoffe und hat antibakterielle Eigenschaften.

Ein regionale Alternative wie kaltgepresstes Sonnenblumenöl ist auch möglich.

*Natron

Das altbewährte Hausmittel. Es reinigt so ziemlich alles, auch unseren Schlund. Auch Natron bindet Schadstoffe und bildet zusammen mit dem Kokosöl die perfekte Basis für Deine selbst gemachte Zahnpasta.

Dem Natron wird oft vorgeworfen, es sei zu aggressiv und greift den Zahnschmelz an. Doch Du kannst hier nachschauen. Die meisten Natron-Sorten sind schonender als herkömmliche Zahnpasta. In unser Basisrezept kommt auch nur sehr wenig Natron. Sei bitte vorsichtig und verwende nicht zu viel.

Das sehr beliebte Kaisernatron ist sehr grob, Du kannst es aber einfach mit einem Mörser verfeinern.

*Schlämmkreide

Neben den entgiftenden Eigenschaften ist es das Poliermittel für Deine Zähne. 

*Tragant auch unter dem Namen Astragalus bekannt

Ist ein natürliches Gelier– und Bindemittel. Tragant-Arten sind krautige Pflanzen oder Halbsträucher. Du bekommst es in Pulverform.

*Meersalz

Enthält jede Menge Mineralien und wirkt ähnlich wie Natron. Schmeckt salzig – na logo.

Was Süßes:

*Xylit (Birkenzucker)

Voll sweet. Xylit kann auch für die Süßung von Speisen verwendet werden. Es bietet kariesverursachenden Bakterien keine Grundlage. Außerdem vermindert es Mundgeruch, also rein in die Paste.

Vorsicht bei Fruktoseintoleranz ist Xylit auch in der Zahnpasta nicht geeignet.

*Stevia – Das süße Pflänzchen.

Als Alternative zu Xylit. Doch was kann das Zeug? Es ist 300 mal süßer als Zucker (hola die Waldfee) und wirkt außerdem  Entzündungshemmend. Bakterien haben hier keine Chance.

Die Add-Ons: Geschmack und Wirkung

*Kurkuma

Gelb, gelber, am gelbesten und trotzdem macht es auf Dauer die Zähne weiß. Schon verrückt.  Die indische Wurzel hat außerdem eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Aber Vorsicht bei Zahnimplantaten und Kronen, da kann es dann doch zu Verfärbungen am Kunststoff kommen.

*Aktivkohle

Durch die schwammähnliche, poröse Struktur von feinkörnigen Aktivkohlepulver, können beim Putzen auch Gerbstoffe, zum Beispiel Kaffee, Tee und Wein, gebunden und so die Zähne von Verfärbungen befreit werden.

Da wird der Mund schön schwarz beim Putzen.

*Sango Koralle

Sie kommt aus dem Südchinesischen Meer und besitzt mehr als 70 Spurenelemente. Sie kann die Knochendichte erhöhen und wirkt somit gegen die Entmineralisierung der Zähne.

Für die Sango Koralle wird kein Raubbau betrieben. Es werden ausschließlich Korallen verwendet, die sich bereits von den Riffen auf natürliche Weise gelöst haben.

*Propolis

Eine von Bienen hergestellte Kittsubstanz. Propolis wirkt antiviral, antibakteriell und auch gegen Pilze. Es ist wirksam gegen Plaque und trägt zur Gesunderhaltung des Zahnfleisches bei. Propolis ist sehr klebrig und harzig. Um damit Zahnpasta selber zu machen, empfehlen wir Propolis Tinktur zu benutzen.

*Salbei

Hilft bei Zahnfleischentzündungen, kräftigt das Zahnfleisch und ist ein natürlicher Weißmacher für die Zähne.

*Kamile

Hat wundheilende, entzündungshemmende und antiseptische Eigenschaften.

*Kakao

In Kakaobohnen sind viele Gerbstoffe, Mineralstoffe, sogenannte Tannine, und Oxalsäure enthalten. Tannine hemmen das Enzym das die Plaque-Bakterien für ihre Entwicklung benötigen und Oxalsäure verringert die Bildung zahnschädlicher Säuren im Speichel.

Ätherische Öle

Mit ätherischen Ölen solltest Du vorsichtig umgehen. Weniger ist mehr. Denn ätherische Öle sind hoch konzentriert.

*Fenchelöl

Es hat einen süßen Geschmack. Ist kühlend, beruhigend und erfrischend.

*Zitronenöl

Das Zahnfleisch wird gestärkt und es bleicht ein wenig die Zähne.

*Pfefferminzöl

Wirkt antiseptisch, antibakteriell und schmerzlindernd. Es sorgt für einen angenehmen Geschmack und einen frischen Atem.

*Teebaumöl

Ein Tropfen hilft wunderbar bei gereiztem Zahnfleisch. Es leistet gute Arbeit gegen Plaque und orale Candida (Hefe-Infektion).

*Nelkenöl

Hilft bei Zahnfleisch- und Mundschleimhaut-Entzündungen.

*Zimtöl

Für die Weihnachtszahnpasta. Es wirkt abschwellend, wundheilend und hat außerdem eine reinigende Wirkung.

*Myrrheöl

Hilft bei der Bekämpfung von oralen Pilzbefall.

*Oreganoöl

Wirkt antiseptisch und unterstützt das Immunsystem.

Blätter getrocknet oder Frisch

Die Deluxe-Variante. Nutze die frischen Blätter von Pfefferminze, Zitronenmelisse oder Myrrhe um Deiner Zahnpasta den richtigen Geschmack zu verleihen. Du kannst auch Basilikum verwenden oder andere ölhaltige Blattarten.

Achtung: Die Blätter solltest Du sehr fein zermahlen, sonst bleiben die Fasern beim Putzen zwischen den Zähnen hängen.

Die getrocknete Variante funktioniert auch. Lässt sich auch besser zerkleinern.

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Zahnpasta selber machen: Das Rezept

Du kannst die Zahnpasta direkt in einem kleinen Glas anrühren, worin Du sie dann auch aufbewahren kannst. Das Kokosöl ist bei Zimmertemperatur meist noch fest. Deshalb ist es ganz gut, wenn Du es vor dem Zusammenrühren in einem Wasserbad erwärmst.

Bei den Add-Ons und Ölen solltest Du vorsichtig sein. Nicht alle Zutaten schmecken zusammen. Solltest Du mehrere Öle verwenden, dann nimm lieber eine geringere Menge. Denn ätherische Öle sind sehr intensiv.

 

Die Basics:

4-5 EL – Kokosöl / Kokosfett

1 TL – Natron

1 Prise – Xylit oder Stevia

Empfehlenswert:

1-2 EL – Schlämmkreide

¼ TL –  Tragant

Add-Ons:

1-2 Kapseln – Aktivkohle

1 TL – Meersalz

1 TL – Kurkuma

8 Kapseln – Sango Koralle

15 – 20 Tropfen – Propolis Tinktur

1 TL – Salbei

1 TL – Kamile

1 EL – Kakao

1 Tropfen – Fenchelöl

1 Tropfen – Zitronenöl

1 Tropfen – Pfefferminzöl

1 Tropfen – Teebaumöl

1 Tropfen – Nelkenöl

1 Tropfen – Zimtöl

1 Tropfen – Myrrheöl

1 Tropfen – Oreganoöl

Zahnpulver selber machen

Unser Lieblings-Rezept, denn:

Kokosöl kann unter umständen den Abfluss verstopfen. Das Problem lässt sich mit heißem Wasser zwar meist wieder lösen, doch Du kannst auch auf Kokosöl verzichten und mixt Dir ein Pülverchen zurecht.

Alles schön fein Mörsern, vermengen und in ein Schraubglas oder Gewürzstreuer füllen. Dann einfach ein wenig über die feuchte Bambus-Zahnbürste streuen. 

1 TL – Natron

1 EL – Xylit oder Stevia

1 EL – Schlemmkreide

1 TL– Getrocknete Pfefferminze

Zahnpaste selber machen: Haltbarkeit und Lagerung

Die Haltbarkeit hängt ganz von den Zutaten ab. Allerdings sind die meisten sehr lange haltbar. Richte Dich am besten nach dem Haltbarkeitsdatum von dem Kokosöl. Denn das könnte irgendwann ranzig werden. Meist aber erst nach einigen Jahren.

Du kannst die Zahnpasta bei Zimmertemperatur lagern, dann bleibt sie schön weich. Allerdings wird ab ca. 25 Grad das Kokosöl flüssig. Dann könnten sich die Inhaltsstoffe wieder am Boden absetzen. Du kannst diese aber natürliche einfach wieder verrühren.

Ob Pulver oder Paste, aufbewahren kannst Du Dein Gemisch einfach im Glas. Um sie auf die Zahnbürste aufzutragen, kannst Du eine kleine Holzspachtel oder einen Löffel verwenden.

Alternativ könntest Du sie auch in einen Spritzbeutel (wie man ihn zum Backen benutzt) füllen und diesen immer wieder auswaschen. Achte aber darauf, dass er wiederverwendbar ist.

Eine weitere Idee wäre Wachs- oder Backpapier zu verwenden. Daraus kannst Du auch wunderbar kleine Spritzbeutel basteln. So wie es auch bei den Henna-Tuben gemacht wird.

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Warum solltest Du Deine Zahnpasta selber machen?

Umstrittene Inhaltsstoffe:

Wenn Du Dir die Inhaltsstoffe einer herkömmlichen Zahnpasta anschaust, sind da meist viele unbekannte Begriffe aufgelistet. Einigen Zahnpasten sind sogar mit dem Warnhinweis „Bitte nicht schlucken!“ versehen. Doch dies ist völlig überflüssig, da die Inhaltsstoffe direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.

*Aspartam

Zucker wäre in Zahnpasta nicht sehr vorteilhaft und trotzdem ist die Zahnpasta süß. Um das ganze Erlebnis schmackhafter zu machen wird Aspartam verwendet. Ein sehr umstrittenes chemisches Süßungsmittel.

*Carrageenan

Steht im Verdacht, bei entsprechend veranlagten Menschen allergieähnliche Reaktionen hervorzurufen. Andere Forschungen haben ergeben, dass es einen indirekten Einfluss auf das Immunsystem hat.

*Mikroplastik (Polypropylen & Polyethylen)

In vielen Zahnpasten enthalten. Diese sollen die Zahnpasta künstlich verdicken. Doch Mikroplastik gelangt nicht nur in die Umwelt und verschmutzt Gewässer und Böden. Es schadet auch unserer Gesundheit.

*Fluoride

Viele Theorien umkreisen diesen Inhaltsstoff. Fluoride verhärten zwar den Zahnschmelz, doch kann zu viel davon auch das Gegenteil bewirken und unseren Zähnen schaden. In manchen Ländern wird Fluorid auch noch immer dem Trinkwasser zugesetzt und auch im Speisesalz findet man es oft. Dabei können Fluoride auch stark schmerzende arthritische Symptome verursachen und andere Körpergewebe angreifen. Du stehst auf Verschwörungstheorien, dann google einfach mal.

*Triclosan

Von Zahnpasta mit diesem Inhaltsstoff, sollten wir uns fern halten. Triclosan ist Krebserregend und zerstört die Mundflora.

*Titanoxid

Eine aktuelle Studie weist darauf hin, dass oral eingenommen dieser Inhaltsstoff Krebsfördernd ist. Es wird auch bezeichnet als E171, CI 77891, titanium white oder Pigment White 6.

Zahnpasta selber machen: Auf geht’s

Nie wieder Zahnpasta kaufen und immer wissen was drin ist. Mit den Zutaten kannst Du auch noch viele andere Dinge herstellen. Zum Beispiel ist Natron eines der Grundzutaten, um Putzmittel selber zu machen.

Hast Du auch scho mal Zahnpasta selber genmacht? Vielleicht hast Du noch andere Tipps? Wir freuen uns über Deinen Kommentar.

4 Kommentare

  1. Die Fa. Luvos, bekanntester und größter Anbieter von Heilerde verschiedener Körnung, hat mir auf Anfrage 2015 bestätigt, dass der RDA-Wert der feinsten Heilerde um ein vielfaches höher als der empfohlene Wert ist und Heilerde deshalb keinesfalls für die Zahnreinigung zu empfehlen ist. Der Abrieb ist zu hoch.

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    • Danke für die Information Gregor. Haben das gleich geändert.
      LG

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  2. Hey Ihr lieben,
    am anfang der Seite steht ein link unter TRAGANT, der ist als „trabant-arten“ geschrieben ^^
    gewollt oder ungewollt 😀

    bussi max

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    • Na sowas. Danke für den Hinweis! 🙂
      Liebste Grüße

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