Vielleicht kennst Du Christian Wenzel bereits über seinen Blog ‚Vegan Athletes‚ oder über unseren Detox-Kur Beitrag aus dem letzten Jahr.

Falls nicht, solltest Du schleunigst auf seiner Seite vorbeischauen, wenn Du Dich für Themen wie Veganismus, gesunde Ernährung, Fitness und Sport interessierst.

Auf seinem Blog teilt Christian allerhand wissenswertes zu den genannten Themen, testet Produkte, gibt Tipps & Tricks an die Hand, wie man besser in Form kommt und erklärt, warum Du kein Fleisch brauchst, um Muckis aufzubauen.

Da man als Nature Nerd die meiste Zeit eher lieber in der Natur ist, wie Du weißt 😉 und man somit nicht immer Lust auf Fitnessstudio & Co hat, habe ich mir Christian geschnappt und mit ihm über die Vorteile von „Bodyweight Training„, also Training mit dem eigenen Körpergewicht, gesprochen.

Doch wirds mit dem Strandkörper nix, wenn Du nicht auch Deine Ernährung anpasst. Also landeten Christian und ich auch fix bei unserem Lieblingsthema und dabei, wie wichtig es auch für unsere Umwelt ist, sich bewusst zu ernähren – doch lies selbst!

 

INTERVIEW mit Christian Wenzel

 

Sandra: Wie bist Du auf Freeletics gekommen? Wie lange gibt es das System bzw. die App überhaupt schon?

Christian: Freeletics ist 2012 auf den Markt gekommen. Ich bin durch einen Facebook Post eines Freundes dazu gekommen. Damals wurde die persönliche Workout-Zeit auf Facebook gepostet. Ich wurde neugierig und wollte wissen, was Freeletics ist. Es gab zu dieser Zeit nur einen Newsletter, vielleicht zwei, drei Workouts und ein paar einzelne Exercises. Die haben mich aber direkt so überzeugt, dass ich dabei geblieben bin.

 

Sandra: Du bist also quasi schon seit 2012 ein sogenannter „Freeathlet“ – sag mal, was verstehst Du ganz konkret unter der Bezeichnung?

Christian: „Freeathlet“ zu sein ist ein Begriff, der von den Freeletics Gründern selbst geprägt wurde. Für mich geht es darum, mich “frei” bewegen zu können, überall zu trainieren und nicht auf Geräte oder Umstände beim Training angewiesen sein zu müssen.

 

Sandra: Ja, das ist an sich ein praktisches Konzept und auch ganz cool gemacht. Ich hab selbst schon Erfahrungen mit Freeletics gemacht, allerdings leider nicht nur Gute…

Daher die Frage, wie stehst Du dazu, wenn man als Anfänger nach dem System trainiert? Das Verletztungsrisiko ist ja schon relativ hoch, weil es nicht so viele Variationen der Übungen gibt. Zumindest vor gut 3 Jahren, als ich noch dabei war, ist das so gewesen. Hat sich da was weiterentwickelt bzw. hast Du einen Tipp, wie man das Verletzungsrisiko vor allem am Anfang reduzieren kann?

Christian: Also ja, das Risiko, sich zu verletzen, war vor ein paar Jahren definitiv noch höher als heute. Es gibt mittlerweile unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bei den Übungen. Da hat sich schon was getan. Das heißt, man kann jede Übung „leicht“, „mittel“, „schwer“ ausführen. Freeletics bietet auch Einsteiger Workouts an und wenn man sich den sogenannten „Freeletics-Coach“ holt (das ist eine Premiumversion der App), dann wird zum Start ein Einstufungstest absolviert, der einem dann auf das Fitness-Level zugeschnittene Empfehlungen auswirft.

Freeletics hat sich aber auch dahingehend weiterentwickelt, dass es nicht mehr unbedingt nach Zeit geht, also danach wie schnell man ein Workout absolviert, sondern mehr auf die Qualität der Übungsausführung geachtet wird. Von daher konnte das Verletzungsrisiko auch minimiert werden.

 

Sandra: Trainierst Du eigentlich nur mit Deinem eigenen Körpergewicht?

Christian: Freeletics gibt’s mittlerweile auch als Gym-Variante und es gibt auch „Freeletics Running“. Das System hat sich also weg vom reinen Training mit Körpergewicht, hin zu einer Art Lifestyle Training entwickelt. Insofern geh ich auch hin- und wieder mal ins Fitnessstudio und bewege Gewichte.

 

Sandra: Wo siehst Du ganz konkret die Vorteile des sogenannten „Bodyweight“ Trainings?

Christian: Da gibt’s einige Vorteile. Eins liegt ja direkt auf der Hand – Du kannst von überall und zu jederzeit trainieren. Außerdem bewegst Du eben keine Gewichte und kannst so besser an der Übungsausführung feilen, was Verletzungen natürlich auch vorbeugen kann.

Wenn ich über einen langen Zeitraum mit zu viel Gewicht trainiere, belaste ich viel stärker meine Sehnen und Bänder etc. Mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren fordert den ganzen Körper – ich mache nicht wenig isolierte Übungen, sondern trainiere meinen Körper als Einheit.

Training mit dem eigenen Körpergewicht ist definitiv zeitsparender, denn ich habe die Anfahrtswege nicht, wenn ich beispielsweise Zuhause trainiere. Und natürlich ist es auch kostensparender. Außerdem kann es auch ein toller Teamsport sein, wie man am Beispiel von Freeletics sieht.

Das Training nach Freeletics ist ein sehr hochintensives Training und dadurch sieht man auch relativ schnell Resultate.

Aber ich bin da nicht dogmatisch. Ich glaube, es ist ein Zusammenspiel von diversen Disziplinen und es ist auch wichtig, sein Training zu variieren. Den Körper immer wieder auf neue Arten herauszufordern. So funktioniert auch Muskelwachstum. Ganz wichtig ist natürlich, dass man Spaß beim Training hat.

 

Sandra: Ernährung ist ja ein sehr wichtiges Element, auf dem Weg zu einem sportlichen Körper, sofern man diesen möchte. Bei Freeletics habe ich das Gefühl, dass es auch um die Optik geht. Liege ich da richtig?

Christian: Die Optik war sicher eines der wichtigen Elemente bei Freeletics. Die Gründer haben vorgemacht, wie man seinen Körper innerhalb kürzester Zeit transformieren kann. Sicher entscheiden sich auch heute noch viele aus ästhetischen Gründen für Freeletics.

 

Sandra: Hast Du einen Tipp, wie man Kcal genussvoll einsparen kann, ohne direkt das Gefühl zu haben, zu sehr zu verzichten

Christian: Ja, schau dir mein Buch “Vegan Kochen mit Lupine” an. Dort findest du teils kalorienarme und eiweißreiche Rezepte voller Genuß. Alle Rezepte sind selbstverständlich rein pflanzlich und zudem zucker-, soja und weizenfrei. Sie enthalten kein Gluten, kein Cholesterin und keine Laktose.

 

Sandra: Wo wir beim Thema Ernährung sind. Dir scheint Nachhaltigkeit und Umweltschutz sehr wichtig zu sein. Welche „Hebel“ sind Deiner Meinung nach am sinnvollsten, um etwas bewirken zu können – auch für Leute, die nicht unbedingt auf Fleisch verzichten wollen?

Christian: Ich persönlich achte wirklich verstärkt auf Regionalität und natürlich auch darauf, dass die Produkte, die ich kaufe, in Saison sind. Das ist wirklich ein wichtiges Thema, weil ich festgestellt habe, dass der Konsum von regionalen und saisonalen Lebensmitteln meinem Körper auch gut tun.

Durch die Vielfalt der Lebensmittel, die für uns zugänglich sind, haben wir, glaub ich, den Bezug dazu verloren und verstehen manchmal gar nicht, warum unsere Körper auf gewisse Lebensmittel negativ reagieren.

Wenn man beginnt, bei der Wahl von Nahrungsmittel auf Regionalität zu achten und darauf, welche Lebensmittel gerade Saison haben, kann man mit kleinen Schritten und quasi direkt vor der eigenen Haustür anfangen, für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen.

Indem Du schaust, was Du Dir in den Warenkorb legst und da auch bewusste Entscheidungen triffst, kannst Du direkt etwas verändern. Das ist das A & O!

Wir entscheiden täglich mit unserem Konsum, wie die Welt aussieht. Wir alle haben es in der Hand!

 

„In unserer Gesellschaft ist Genuss als Wert höher angesiedelt, weil es uns gut geht, weil wir es uns leisten können, weil wir sagen „Hey, das haben wir uns auch verdient“. Klar wollen wir auch, dass es unserer Umwelt gut geht und das auch noch in 30 Jahren. Aber da leben wir halt auch in einem gewissen Widerspruch.“

 

Sandra: Ja, das ist ein guter Punkt, Christian. Absolut. Aber mir persönlich würde es sehr schwer fallen, z.B. auf Bananen oder Avocados zu verzichten, nur weil die nicht bei uns wachsen.

Christian: Sicherlich muss man da auch unterscheiden. Wenn jemand jahrelang schon vegetarisch oder vegan lebt, fallen solche Schritte leichter, als bei jemandem, der Allesesser ist und sich plötzlich vornimmt, auf alle möglichen Lebensmittel zu verzichten, sich vielleicht sogar mal eine Zeit lang vegan zu ernähren. Wenn man dem dann sagen würde, jetzt verzichte auch mal auf die Avocado, weil sie weit gereist ist, dann besteht natürlich die Gefahr, dass derjenige direkt überfordert ist und wieder in alte, ungesündere Muster zurückfällt.

Ich selber kaufe Avocados auch nur für meine Frau, weil sie die auch so gerne isst. Ich persönlich bräuchte sie nicht, bin eher der Brokkoli Typ, wie man weiß :).

Natürlich schaffe auch ich es nicht zu 100%, alles perfekt zu machen, aber wichtig ist, dass man ein Bewusstsein für diese Dinge schafft.

 

Sandra: Klar, aber ich sehe halt auch nicht, dass ich komplett auf Kokos, Quinoa oder andere gute Lebensmittel verzichten würde, die eben aus anderen Ländern kommen. Man kann doch beim Kauf darauf achten, aus welchen Quellen diese Produkte stammen, aus Direct Trade, Fair Trade und Initiativen, wie beispielsweise bei Kokosprodukten, die auch die regionalen Bauern, die Wirtschaft in den Herkunftsländern unterstützen. Beim Kaffee ist es ja genauso. Oder siehst Du das anders?

Christian: Ich denke, je komplizierter es ist, ein Produkt zu beschaffen, desto eher sollte man die Finger davon lassen. Oder auch je verarbeiteter ein Lebensmittel ist, desto weniger sollte man davon verzehren.

In unserer Gesellschaft sind wir so krass verwöhnt, dass wir entsprechend harte Disziplin brauchen, um unsere entsprechenden Werte, die uns natürlich auch schon wichtig sind, letztendlich auch durchzusetzen.

Aber meistens ist es so, dass Werte wie Nachhaltigkeit oder Umweltverträglichkeit bei den meisten Menschen nur sekundär wichtig sind.

In unserer Gesellschaft ist Genuss als Wert höher angesiedelt, weil es uns gut geht, weil wir es uns leisten können, weil wir sagen „Hey, das haben wir uns auch verdient“. Klar wollen wir auch, dass es unserer Umwelt gut geht und das auch noch in 30 Jahren. Aber da leben wir halt auch in einem gewissen Widerspruch.