In den letzten Jahren habe ich immer mal wieder vom Ölziehen gehört. Als ich dann begriffen habe, dass Leute dabei minutenlang mit reinem Speiseöl in ihrem Mundraum gurgeln, haben sich ehrlich gesagt meine Zehennägel hochgekrempelt.

Aber ich habe mich besonnen und gedacht: erst ausprobieren und dann verurteilen. Zum Start unserer selbst auferlegten Nature Nerds Detox Challenge habe ich also jeweils 10 Tage lang Speiseöl und 10 Tage lang Kokosöl durch meine Zähne gezogen. Mein Fazit möchte ich hier mit dir teilen.

Kurz zum Hintergrund: Was ist Ölziehen eigentlich?

Okay, ich habe mich also belesen. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie viele Suchergebnisse Tante Google zu dem Suchbegriff Ölziehen ausspuckt (52.000!). Wie kommt’s, das es trotzdem niemand in meinem Bekanntenkreis macht?

Der Theorie zufolge wirkt sich das Ölziehen vor allem positiv auf die Zahn- und Mundgesundheit aus. Es beugt gegen Karies, Zahnfleischbluten, Zahnbelag usw. vor. Es gibt sogar Erfahrungsberichte, die damit angeblich Arthritis, Migräne und sogar Herzkrankheiten therapiert haben. Natürlich gibt es auch allerhand Studien, die dies belegen.

Naja, meine Skepsis war groß. Zur Mundhygiene und für kräftige Zähne kann ich mir das Ölziehen als gutes Mittel noch erklären, aber zur Reinigung des kompletten Körpers bzw. bestimmter Organe …

Entsprungen ist die Technik des Ölziehens schon vor Jahrtausenden aus der ayurvedischen Lehre, in der Öl bei Massagen immer schon eine große Rolle gespielt hat. Im Westen bekannt geworden ist das Ölziehen durch einen russischen Arzt, Dr. Karach, der in den 90er Jahren damit seine chronische Blutkrankheit heilen konnte.

Ölziehen in der Theorie

Bevor ich mich selbst in das Experiment gestürzt habe, habe ich ausführlich recherchiert. Auf diversen Blogs und in Foren wird empfohlen, das Ölziehen morgens vor dem Zähneputzen für 15-20 Minuten lang zu machen. Je länger „gezogen“ wird, desto besser kann das Öl auf Bakterien, Gifte und Säuren im Mundraum einwirken.

Wer es ganz genau machen möchte, der reinigt vorher noch seine Zunge mit einem Schaber. Dadurch werden Mundgerüche reduziert und die Zungen-Reflexzonen für das anschließende Ölziehen sensibilisiert.

Durchgeführt werden kann das Ölziehen dann mit Speiseölen, wie kaltgepresstem Sesam-, Sonnenblumen- oder Kokosöl. Ich würde lediglich darauf achten, dass es sich dabei um Öle aus biologischer Herstellung handelt.

Das Ölziehen geschieht dann unmittelbar nach dem Aufstehen, ohne vorher etwas zu essen, zu trinken oder sich die Zähne zu putzen.

Dann Augen zu und einen Esslöffel des Öls in den Mund. Das Öl wird jetzt für 15-20 Minuten immer wieder durch die Zähen gezogen. Immer schön von links nach rechts, rechts nach links, oben nach unten … ich glaube du weißt, was ich meine.

Das Öl, das jetzt ziemlich flüssig sein sollte, dann am besten in ein Papiertuch ausspucken und in den Mülleimer werfen, so dass die Bakterien nicht in den Wasserkreislauf gelangen. Danach den Mund ein paar Mal mit warmem Wasser ausspülen und fertig.

10 Tage Ölziehen mit Bio-Sonnenblumenöl

Tag 1: Ich kann dir sagen, dass es eine echte Überwindung war, sich einen Esslöffel Öl in den Mund zu stecken. Es viel mir schwer, das dünnflüssige Öl nicht versehentlich zu schlucken oder aus dem Mund herauszupressen. 15 Minuten lang war volle Konzentration erforderlich.

Tag 5: Ab dem zweiten Tag habe ich weniger Öl genutzt, da dies im Mund sehr ergiebig ist. Das Ölziehen fiel von Tag zu Tag leichter, so dass ich nebenbei auch schon andere Dinge wie den Abwasch vom Vorabend oder das Aufhängen von Wäsche erledigen konnte.

Tag 10: In den letzten Tagen habe ich die Zeit auf 20 Minuten erhöht, konnte mich aber bis zum Schluss nicht an den Geschmack und das unangenehme Gefühl des Öls in meinem Mund gewöhnen. Auch konnte ich beim Ausspucken keine schwarzen Partikel erkennen, von denen andere Ölzieher berichten. Aber vielleicht ist das ja auch ein gutes Zeichen.

10 Tage Ölziehen mit Bio-Kokosöl

Tag 1: Nach den ersten 10 Tagen mit dem Sonnenblumenöl hatte ich ehrlich gesagt überhaupt keine Lust mehr, das Ganze weiterzumachen aber der zweite Versuch hat sich gelohnt. Schon am ersten Tag hat sich das kaltgepresste Kokosöl im Gegensatz zum Sonnenblumenöl göttlich in meinem Mund angefühlt.

Tag 5: Das Kokosöl ist nicht nur geschmacklich viel besser, sondern auch von der Konsistenz her. Solange es bei weniger als 25 Grad aufbewahrt wird, bleibt das kaltgepresste Öl fest und verflüssigt sich erst im Mund. Das Ziehen und Pressen zwischen den Zähnen fiel mir nach ein paar Tagen mit dem Kokosöl deutlich leichter.

Tag 10: Nach insgesamt 20 Tagen Ölziehen wurde die Übung schon zum Automatismus. Es kostete mich keine Überwindung und auch keine Konzentration mehr. Es gehörte einfach zur Morgenroutine dazu. Ob das wirklich zur Entgiftung meiner Mundhöhle oder sogar des gesamten Körpers beigetragen hat, kann ich natürlich nicht sagen.

Wusstest Du? Mit Kokosöl kannst Du Deine Zahnpasta selber machen.

Mein Fazit

Wenn ich dir einen Tipp mit auf den Weg geben darf, dann diesen: Fange das Ölziehen unbedingt mit Kokosöl an, denn damit verringerst du den Widerstand deutlich. Der Kokosgeschmack bleibt auch nach dem Zähneputzen noch im Mundraum, was ich nach einer Weile durchaus als angenehm empfunden habe.

Auch wenn ich es nach einer solch kurzen Zeit nicht belegen kann, hatte ich nach anfänglicher Skepsis doch das Gefühl, einen saubereren Mundraum zu haben. Ich kann mir jetzt durchaus vorstellen, dass Ölziehen gegen diverse Zahnkrankheiten vorbeugt und das Zahnfleisch festigt.

Das Ölziehen werde ich für mich auch weiterhin machen, wenn auch nicht täglich. Vorstellen kann ich mir, das jeweils für eine Woche im Monat zu praktizieren. Was uns aber zum Schluss viel mehr interessiert, ist diese Frage:

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Ölziehen?

11 Kommentare

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    Bitte dran denken natives Kokosöl zu nehmen. Ich hatte auch zuerst Fett gekauft wegen dem günstigen Preis. Grüße Uli

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      Meine besten Erfahrungen mit regelmäßigem ziehen von Kokosöl:
      – Absolute Festigung des Zahnfleisches
      – kein Zahnstein (mehr)
      – keine Erkältungen

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      • Jojo und Jezz

        Das klingt doch super! Danke das Du Deine Erfahrungen mit uns teilst.

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      Mache das Ölziehen mit Bio Sonnenblumenöl aus der Glasflasche.Ziehe jeden Morgen einen Eßlöffel durch den Mund.Mache das mindestens 20 Minuten.Kann sagen mir geht es danach besser.Und Putze mir auch die Zähne dann später am gleichen Tag mit Zahncreme,zur Sicherheit trotz allem.Das Ölziehen muß danach richtig Weiß sein,wenn mann es Ausspuckt.Für mich hat es eine Positive Wirkung,man fühlt sich besser,und schläft auch in der Nacht gut,sowie bin leistungsfähiger.Würde jedem das Empfehlen.Schadet tut es auf gar keinen Fall.Besonders auch die Gesichtsmuskeln werden dadurch auch angeregt,am Anfang der Kur bekommt man leichte Muskelverspannungen im Gesicht.Weil man es auch nicht gewohnt war,ständig die Flüssigkeit hin und her zu bewegen mit der Zunge.Auf alle Fälle es wirkt positiv auf dem Körper,zumindestens bei mir ist es so.

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  2. Avatar

    Ich habe es neu entdeckt und bin begeistert. Bis anhin habe ich bemerkt dass meine Zähne einiges Schmerz- unempfindlicher geworden sind. Also ein gutes Zahnöl findet ihr bei Ringana, speziell dafür entwickelt, die Zahnpasta zu ersetzen.

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      Das Zahnöl von Ringana finde ich geschmacklich ziemlich furchtbar, konnte mich nicht dazu durchringen, es regelmäßig zu benutzen.

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    Dank der Arbeit von Frau Dr. Lebedewa, die als Krebsursache die Trichonomade unter dem Mikroskop entdeckte, ist auch nach Ihrer Aussage Ölspülen eine Möglichkeit, die Trichonomade aus dem Mundraum zu spülen. Denn sie liebt das Öl vor allem Sonnenblumenöl. Die Trichonomade ist für eine ganze Reihe schwerster Krankheiten eine Ursache. Es gibt drei Zentren, wo sie im Menschen lebt. Und eines ist der Mund. Und wenn man sie mittels Ölspülung ausspült, kommt es wohl zwangsläufig zu eben genau den Heilerfolgen, diie wir gemeinhin dem Ölziehen zuschreiben. Wer mehr wissen mag sollte Googlen und ihre Bücher lesen oder sich den Vortrag auf Tube ansehen. Und da muss man nicht irgendwas Besonderes oder teures erwerben. Einfach nehmen was im Handel ist und fertig. Über Geschmack lässt sich streiten. Aber das Sonnenblumenöl lieben die Einzeller wohl besonders. Übrigens hat sie auch geshen, das sich Aidsviren in der Trichonomade wie in einem Panzer aufhalten. Tja und den Rest kann sich wohl jeder halbwegs ausmalen.

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  4. Avatar

    Ich bin 78 und mache die Ölkur bestimmt schon über 20 Jahre
    Habe mir damals das Buch von Dr. Carsten gekauft, da lebte sie noch.
    Ich habe tolle Erfahrungen gemacht und nehme nur Sonnenblumenöl.
    Bin jetzt fitter als vor 20 Jahren und mein Zahnfleisch ist okay.

    Habe es vielen Freunden empfohlen aber ch kenne nur eine, die es auch
    Regelmäßig macht und begeistert ist.
    Liebe Grüße aus Frankreich

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    • Jojo und Jezz

      Oh wie schön. Das klingt ja fantastisch. Danke für das teilen deiner Erfahrung. Viele Grüße, Jojo und Jezz

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  5. Avatar

    Hey Jojo und Jezz,

    ich bin vor etwa 3-4 Jahren zum Ölziehen gekommen. Ich weiß schon garnicht mehr genau über wen. Aber seitdem ist kaum ein Tag vergangen, an dem ich diese Praxis nicht in meine Morgenroutine integriert habe.

    Ich mach das wie viele andere meist im Anschluss ans Reinigen meiner Zunge mit einem Zungenschaber aus Kupfer (ich glaube, es ist sogar der aus eurer Abbildung). Ich glaube, dass die gezielte Reinigung der Zunge davor (mit etwas Druck) eine wichtige Sache für die Mundhygiene ist.

    Zum Ölziehen nutze ich meist klassisches Kokosöl. Wie die meisten fand ichs anfang auch echt gewöhnungsbedürftig. Aber das ist ja bei allen neuen, ungewohnten Herausforderungen so; bestes Beispiel dafür z.B. die kalte Dusche um Morgen.

    Nach kurzer Erstverschlimmerung meiner Symptome konnte ich ziemlich schnell einige Verbesserungen feststellen: Zum einen war der weiße Belag von meiner Zunge irgendwann verschwunden und zum anderen hatte ich keine Schmerzen mehr im Zahnfleisch in einem Backenzahnbereich, in dem mein Zahnfleisch immer wieder mal geblutet hat und entzündet war.

    Ich kenne einige Menschen, die glauben nicht an die Effektivität des Ganzen, aber mir hilfts. Also bleib ich dabei. 🙂

    Schön, dass ihr mit dem Artikel ein klein wenig zur Verbreitung beiträgt.

    LG, Chris

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  6. Avatar

    Ich habe mit Hanföl die besten Ergebnisse erzielt. Vielleicht liegt es an den anti-bakteriellen Eigenschaften, die dem Hanföl zugeschrieben werden.

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